10.10.2020 09:02 |

Kampf um Gesamtweltcup

Schwarz zu Kugel-Konkurrenz: „Richtige Kapazunder“

Ski-Rennläufer Marco Schwarz hat Erwartungen bezüglich des Gesamtweltcups gebremst. „Es sind schon richtige Kapazunder dabei“, sagte der Kärntner bei einem Medientermin hinsichtlich seiner Konkurrenten wie Titelverteidiger Aleksander Aamodt Kilde. „Natürlich ist es ein Ziel, ganz vorne mitzufahren. Aber es wird sicher schwer werden.“ Sein primäres Ziel in der Saison 2020/21 sind die technischen Bewerbe. In seiner Paradedisziplin Slalom wartet er noch auf den ersten Sieg.

Schwarz hatte im 2019 nach seiner mit drei Medaillen so erfolgreich verlaufenen WM in Aare einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitten. In der vergangenen Saison gab er sein Comeback, und das klappte in seinem angestammten Metier auch recht ansehnlich. In Kitzbühel holte er den zweiten Slalom-Platz, in Adelboden war er Dritter. Auch im Riesentorlauf sowie in der Hinterstoder-Kombi erntete er jeweils eine Top-Ten-Platzierung, dazu zwei weitere im Slalom. Seine Ambitionen in den Speed-Disziplinen, allen voran dem Super-G, stellte Schwarz in Abstimmung mit seinen Trainern hinten an.

Auch in kommenden WM-Winter liegt der Fokus neuerlich auf den technischen Disziplinen. „Im Slalom will ich natürlich wieder ganz vorne mitfahren und auch um Siege mitfahren“, kündigte der Atomic-Fahrer an. Von seinen bisher zwei Weltcup-Erfolgen gelang Schwarz der erste am Neujahrstag 2019 beim City Event in Oslo, der zweite keine drei Wochen später mit der Wengen-Kombination. Beste Slalom-Platzierung ist bisher der zweite Platz in Kitzbühel - siehe oben.

Im Riesentorlauf möchte der 25-Jährige „den nächsten Schritt machen“ und konstant unter die Top Ten fahren. Das hat er bisher nicht geschafft, was auch technischen Details geschuldet war. „Die Unsauberkeiten haben sich eingeschlichen, wenn es eher weicher war. Auf weicheren Bedingungen ist es schwieriger, dass man vor dem Tor einen richtigen Druck aufbaut. Da habe ich mir die letzten Jahre einfach schwergetan“, erklärte er. Im Sommer sei im Gruppentraining daher „viel an der Grundtechnik gearbeitet und die Zeitnehmung einmal weggelassen“ worden. Er denke, dass er nun „breiter aufgestellt“ ist.

„Abfahrt werde ich vermutlich nicht fahren“
In Sachen Speed hingegen „muss man spontan planen“, formulierte er vorsichtig. „Wenn es sich irgendwie gut ausgeht und reinpasst, würde ich es schon gerne fahren“, sagte Schwarz, bezog sich dabei nur auf den Super-G. Kombinationen finden in dieser Saison coronabedingt nicht statt, und „Abfahrt werde ich vermutlich nicht fahren“.

So erscheint es auch folgerichtig, dass sich das Thema Gesamtweltcup noch nicht wirklich aufdrängt. Die Konkurrenz sei überaus stark, angefangen bei Titelverteidiger Kilde aus Norwegen. „Der fährt gewaltig gut im Riesentorlauf. (Alexis/Anm.) Pinturault ist wieder ganz stark einzuschätzen, auch der (Henrik) Kristoffersen.“ Dazu gibt er Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr aus dem eigenen Lager Chancen. Dass Speed-Spezialisten wie die beiden eine geringere Anzahl von Rennen gegenüber den Technik-Kollegen haben, könnte für ihn ein kleiner Vorteil sein. „Von dem her wird es sicher wieder eine spannende Saison.“

Saison im Zeichen der Corona-Krise
Sicher ist vor allem auch, dass es eine Saison im Zeichen der Corona-Krise werden wird. Schmerzvoll ist für Schwarz dabei, dass Zuschauer zumindest bei den ersten Österreich-Rennen nicht erlaubt sein werden. Den Lockdown und die Zeit danach habe er nicht so dramatisch empfunden. „Unter der Woche bin ich sowieso nur am Trainieren gewesen. Am Wochenende war ich auch einmal froh, wenn ich meine Ruhe gehabt und daheim entspannt habe. Die Freunde habe ich natürlich getroffen, aber immer mit den gewissen Abständen.“ Er selbst halte sich weiter an die Regeln. Über seine Meinung zum politischen Management der Pandemie hielt sich Schwarz bedeckt.

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