09.10.2020 11:31 |

Hoffen auf Winter

Lungauer Wirtin: „Wir müssen jetzt zusammenhalten“

In den Lungauer Wirtshäusern ist es ruhig geworden. Nicht nur aufgrund der früheren Sperrstunde, sondern viele haben in der Nebensaison ihre Stuben zugesperrt. Der Staigerwirt in St. Michael hat noch bis Mitte November geöffnet. Wirtin Stefanie Gruber sieht die Verordnung gelassen und hofft auf einen starken Winter.

„Wir sind von der früheren Sperrstunde nicht so stark betroffen, wie die Nachtgastronomie“, erzählt die Wirtin der „Krone“. Sie hat Verständnis: Besondere Zeiten erfordern eben besondere Maßnahmen. „Das ist eine noch nie dagewesene Situation. Wir müssen jetzt vernünftig denken und zusammenhalten, um gemeinsam die Wintersaison zu retten“, bekräftigt Gruber. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael führt sie den Staigerwirt an der Marktstraße in St. Michael im Lungau. Es ist eines der wenigen Wirtshäuser in der Region, das zu dieser Jahreszeit noch offen hat.

Gäste reagieren mit Verständnis
„Wir haben sogar noch Touristen bei uns. Gerade die Einheimischen tun sich mit der früheren Sperrstunde etwas schwer. Aber alle haben Verständnis und kommen einfach früher zum Essen“, sagt die Wirtin. Gerade im Lungau mit kleinen Skigebieten sei es wichtig, den Winterbetrieb so gut es geht zu sichern. Dazu seien solche Maßnahmen nötig.

Lieferdienst rettete diese Sommersaison
Auf die Einschränkungen in der Corona-Krise hat das Wirtshaus rasch reagiert .„Wir haben schon nach der ersten Woche im Lockdown angefangen unser Essen auszuliefern.“ Backhenderl, Spareribs und Wildschwein vor die Haustür geliefert kam bei den Kunden gut an. Auch nach dem Lockdown war der Wirt wieder gut besucht. Derzeit überlegt das Ehepaar Gruber eine App zur freiwilligen Registrierung einzusetzen.

Disco im Schmalspurbetrieb
Die Disco Villa in Mariapfarr kämpft mit der Corona-Krise: Normalerweise tummeln sich an einem Samstag bis zu 700 Gäste im Nachtclub - jetzt, insbesondere seit der Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr, sind es nur noch gut 30 Kunden, die Marco Wirnsperger in seinem Haus bedient: „Das trifft uns mit Vollgas.“ Derzeit hat nur noch der kleinste Bereich, das Bistro, geöffnet. Das Personal wurde auf Null reduziert.

„23 Uhr wäre guter Kompromiss“
Erst um ein Uhr müssen Irmi und Hans Lüftenegger den Barbetrieb in ihrem Hotel Almgut in St. Margarethen einstellen. „Grundsätzlich begrüßen wir die Ausnahme für Hotelbetriebe. Ich denke aber, dass 22 Uhr zu früh ist. Eine Stunde später wäre ein guter Kompromiss gewesen“, findet Hans Lüftenegger. In seinem Hotel wird die spätere Stunde von Gästen aber nicht ausgereizt.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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