Verbotene Chemikalie

Hundehasser vergifteten auch geschützte Raubvögel

Wer steckt so voller Hass? Nachdem im Vorjahr und heuer im Frühjahr im Inn- und Hausruckviertel in Oberösterreich mehrere Rotmilane und Mäusebussarde mit Aasködern vergiftet worden sind, liegt nun die Analyse vor. Die Vögel wurden mit einer verbotenen Chemikalie getötet. Vermutet wird freilich, dass Hundehasser die Köder auslegten.

Im April wurde Walter Christl vom Verein Naturschutz OÖ informiert, dass in einem Feld in Wernstein am Inn Aasköder, Teile von einem Feldhasen und einem Haushuhn gefunden worden waren. Aas wird vor allem für die Fuchsbejagung ausgelegt. Nach Rücksprache mit „Birdlife Österreich“ wurden die Köder zur Untersuchung an die Veterinärmedizinische Universität Wien geschickt. Im Vorjahr und im Frühjahr hatte es mehrere Vergiftungen von Rotmilanen und Mäusebussarden gegeben.

Mit Carbofuran vergiftet
Die toxikologische Untersuchung ergab, dass die ausgelegten Teile mit der Chemikalie Carbofuran vergiftet waren. Carbofuran war im Gartenbau und zum Beizen von Rübensamen verwendet worden. Seit Dezember 2008 sind Verkauf, Anwendung und Besitz untersagt.

Gift im Jagdbereich verboten
Naturschützer Walter Christl informierte Bezirksjägermeister Franz-Konrad Stadler über diesen Vorfall. Von der lokalen Jägerschaft wird auf Hundehasser als mögliche Täter verwiesen. „Nachdem die Polizei umfangreiche Ermittlungen durchgeführt hat, gehe ich davon aus, dass kein Jäger mit diesem Vorfall zu tun hat. Jeder Jäger des Bezirks weiß, dass der Umgang mit Gift im Jagdbereich strengstens verboten ist und auch nicht geduldet wird“, so Stadler. Naturschützer Christl appelliert: „Die Bevölkerung wird ersucht, verdächtige Aasablagerungen in der Landschaft und auch verendete Tiere - vor allem Greifvögel - zu melden.“

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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Donnerstag, 22. Oktober 2020
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