31.08.2020 16:06 |

Auf Flug Wien - London

Verdächtiges Paket an Bord: Verhaftete wieder frei

Nachdem am Sonntag ein Flug von Wien nach London wegen des Fundes eines verdächtigen Gegenstandes an Bord von zwei Abfangjägern der Royal Air Force begleitet werden musste und bei der Ankunft zwei Passagiere verhaftet worden waren, berichtete die britische Zeitung „Mirror“ am Montag, dass gegen die Festgenommenen wegen Terrorverdachts ermittelt wird. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 34-Jährigen aus Kuwait und einen 48-Jährigen aus Italien. Der Verdacht hat sich nicht bestätigt, am Montagnachmittag wurden die beiden Männer wieder freigelassen, da sich der Gegenstand als ungefährlich erwies.

Die Maschine auf dem Weg vom Flughafen Wien in Schwechat nach London Stansted war von zwei Abfangjägern der Royal Air Force zum Ankunftsflughafen eskortiert worden. Nach der Landung holte die Polizei zwei Männer aus der Maschine. Sie leisteten keinerlei Widerstand. Grund für die Aktion war ein verdächtiger Gegenstand samt einem Schreiben. Beides war während des Fluges in einer Box, in der üblicherweise Lebensmittel aufbewahrt werden, gefunden worden. Laut Augenzeugen an Bord des Flugs FR7364 war ein Paket mit batterieähnlichen Gegenständen gefunden worden. Die Crew konnte einen beiliegenden Brief nicht entziffern und verständigte daraufhin die britischen Behörden, die die Typhoon-Jets als Eskorte losschickten.

Alle Passagiere gingen sicher von Bord
Ein Ryanair-Sprecher wurde vom „Mirror“ wie folgt zitiert: „Die Besatzung eines Ryanair-Fluges von Wien nach London Stansted warnte heute Abend (30. August) vor einer möglichen Sicherheitsbedrohung an Bord. In Übereinstimmung mit den Richtlinien informierte der Kapitän die britischen Behörden und setzte den Flug nach London Stansted fort, wo das Flugzeug normal landete und zu einer entfernten Parkposition rollte, an der die Passagiere sicher von Bord gingen.“

Die meisten Passagiere dürften die Abfangjäger gar nicht bemerkt haben. Nach der sicheren Landung in Stansted stand die Maschine zunächst etwa eine Stunde auf dem Rollfeld, bis Polizei an Bord kam und die beiden Männer abholte. Erst danach informierte die Crew die Passagiere von dem Fund und den daraufhin ergriffenen Maßnahmen.

„Dem österreichischen Verfassungsschutz sind die Vorfälle in London bekannt. Laut letztem Informationsstand der britischen Sicherheitsbehörden dürfte es sich um ein Mobiltelefon und somit um keinen gefährlichen Gegenstand gehandelt haben“, bestätigte auch das Innenministerium in Wien die britischen Medienberichte. „Es gibt derzeit keine Hinweise, dass ein Bezug zu Österreich besteht.“ Diverse Detailinformationen seien jedoch noch ausständig, dafür stünden die inländischen Behörden sowohl mit den Verbindungsbeamten als auch mit den britischen Sicherheitsbehörden im Kontakt.

Auch Oberösterreicher an Bord
An Bord befand sich auch ein Oberösterreicher aus Sipbachzell. Der 32-jährige Servicetechniker reiste beruflich nach England. Während des Fluges bemerkte er nichts von der fliegenden Eskorte. Doch die Besatzung habe sich ab der Hälfte des Fluges nervös verhalten und mit Handys hantiert, so der Oberösterreicher im „Krone“-Gespräch. Während des Wartens auf das Aussteigen sammelten sich rund um das Flugzeug Polizei- und Feuerwehrautos, Beamte kamen an Bord und verhafteten die beiden Verdächtigen, von denen einer direkt hinter dem 32-Jährigen saß. Angst habe sich bei dem 32-Jährigen schon breitgemacht: „In dieser Situation galten meine Gedanken meinen Kindern und meiner Frau.“

Stefan Steinkogler, Mario Zeko, Kronen Zeitung/krone.at

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