26.08.2020 08:00 |

Bergrettung betroffen

Bergsportunfälle kosten im Sommer 638 Mio. Euro

Unfälle beim Sommerbergsport gehören zu den teuersten Sportunfällen Österreichs. Wie eine Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zeigt, verursacht ein verunfallter Sommer-Bergsportler etwa 30.200 Euro an Folgekosten. Negativ betroffen ist auch die Bergrettung, die auf offenen Rechnungen sitzen bleibt.

„In Summe nehmen Unfallfolgekosten durch Sommerbergsport in Österreich mit rund 638 Millionen Euro neben Ski-, Rad- und Fußballunfällen Platz vier der teuersten Sportunfälle ein. Bei Betrachtung von Einzelfallkosten sind Unfälle durch Sommerbergsport mit 30.200 Euro pro Fall auf Rang drei“, sagt Präventionsexpertin Johanna Trauner-Karner vom KFV.

„Teure“ Invalidität
Neben den unmittelbarsten Unfallkosten - medizinische Behandlung - umfasst die Gesamtsumme auch Bergungskosten sowie Kosten durch Krankenstand und Invalidität. Laut Trauner-Karner erklären sich die hohen Kosten einerseits dadurch, dass Bergwandern in Österreich ein Breitensport ist. Mehr als drei Millionen Österreicher üben ihn zumindest gelegentlich aus. Daneben gibt es aber auch noch rund 600.000 Mountainbiker und mehr als 300.000 Kletterer. Andererseits führen schwere und tödliche Verletzungen bei Kletter-, Mountainbike-, aber auch Bergwanderunfällen zu hohen Leistungspotenzialverlusten. Damit sind Kosten durch Krankenstand und Invalidität gemeint.

„Beim Bergwandern gilt es, durch richtige Einschätzung der eigenen Fitness besonders die Unfallursache Herz-Kreislauf-Versagen zu vermeiden“, betont die Präventionsexperten.

Unfälle kommen häufig auch die Rettungsorganisationen teuer zu stehen. Die Tiroler Bergrettung kann davon ein Lied singen. „Bei fünf bis zehn Prozent der Einsätze pro Jahr sind die Kosten, die uns entstanden sind, nicht einbringbar“, erklärt Franz Hoppichler, Geschäftsstellenleiter der Bergrettung Tirol.

100.000 Euro fehlen
Das macht jährlich eine Summe von 50.000 bis 100.000 Euro aus. Die fehlen den Bergrettern letztlich.

„Eine Fördermitgliedschaft um 28 Euro pro Jahr würde eine Bergkostenversicherung beinhalten“, sagt Bergrettungs-Landeschef Hermann Spiegl. Leider ist diese Botschaft noch nicht bei allen angekommen.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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