23.07.2020 18:21 |

Haupttäter nicht dabei

Banküberfall in Graz: Sieben Komplizen verurteilt

Sieben junge Männer und Frauen sind am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht wegen schweren Raubes vor einem Schöffensenat gestanden. Es ging in erster Linie um einen Banküberfall im März 2019 in Graz. Der Haupttäter, der in das Kreditinstitut gegangen sein soll, ist derzeit nicht auffindbar. Verhandelt wurde daher nur gegen die Beitragstäter. Alle wurden verurteilt, die Strafen betragen zwei bis 31 Monate Haft, teilweise bedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Schwurgerichtssaal war gut gefüllt: Sieben Angeklagte, ihre Anwälte und bei den meisten waren auch noch Angehörige vertreten. Es ging um einen Banküberfall vom 1. März 2019 in einem Geldinstitut in Graz-Wetzelsdorf. Der nicht erschienene Hauptverdächtige soll mit einer Gaspistole die Angestellten bedroht und rund 25.400 Euro erbeutet haben.

Haupttäter ist verschwunden
Der Mann ist allerdings verschwunden und kann sich zu der Tat nicht äußern. Dafür die sieben Beitragstäter, die alle geständig waren und sich sichtlich bemühten, einen guten Eindruck zu machen. Sie waren in ganz unterschiedlicher Form an diesem Überfall und zwei weiteren Einbruchdiebstählen in Geschäfte beteiligt.

Eine kleine „Entlohnung“
Einer hatte zusammen mit seiner Freundin dem Räuber den besten Fluchtweg gezeigt, da er in der Nähe wohnte und sich daher gut auskannte. Außerdem ließ er den Mann dann mit der Beute in seine Wohnung. Ein anderer besorgte ihm eine Sonnenbrille, wieder ein anderer soll ihn nach Blumau chauffiert haben. Einer warnte ihn vor der Polizei und gewährte ihm Unterschlupf. Die meisten bekamen für ihre Dienst nicht das große Geld, eine „Entlohnung“ von 500 bis 1000 Euro war üblich.

„Er ist etwas unreif und konnte nicht abschätzen, was sein Beitrag bedeutet“, sagte der Verteidiger über jenen Angeklagten, der den Fluchtweg mit dem Räuber vorher abgegangen war. Sein Mandant habe außerdem gewusst, dass nur eine „Schreckschusswaffe“ in Verwendung war. 

Jede Menge Milderungsgründe
Alle sieben waren geständig, es gab bei ihnen auch jede Menge Milderungsgründe. Trotzdem blieb der Tatbestand, dass sie dem untergetauchten Bankräuber bei der Tat auf die eine oder andere Art geholfen hatten. Der Schöffensenat verhängt für die direkten Beitragstäter teilbedingte Strafen, die höchste betrug 31 Monate. Drei der Angeklagten wurden nur wegen Hehlerei und Begünstigung verurteilt, sie kamen mit zur Gänze bedingten Strafen davon, der siebente wurde aufgrund mehrerer Vorstrafen zu einem Jahr unbedingt verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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