25.08.2004 10:39 |

Falsche Urinprobe

Diskus-Olympiasieger unter Doping-Verdacht

Einen Tag nach dem Ausschluss der Kugelstoßerin Irina Korschanenko von den Athen-Spielen steht mit dem Ungarn Robert Fazekas ein weiterer Olympiasieger unter dringendem Doping-Verdacht. Wie der Sprecher des ungarischen Olympia-Teams am Dienstag mitteilte, habe der 29-jährige Diskuswerfer nach seinem Triumph am Montagabend nicht genug Urin bei der obligatorischen Doping-Kontrolle abgeben können. Fazekas ist bereits von der Disziplinarkommission des (IOC) angehört worden.
Nach einem Bericht des griechischen FernsehsendersMEGA soll Fazekas versucht haben, den Test mit einem an den Genitalienbefestigten Plastiksack, der Fremdurin enthalten haben soll, zumanipulieren. Dagegen sagte Ungarns Olympia-Sprecher DeszöVad nur: "Es war drei Uhr morgens, er war müde und verließdie Kontrolle."
 
Zweijährige Sperre droht
Falls sich die Anschuldigung bewahrheiten sollte,muss Fazekas mit der Disqualifikation und einer zweijährigenSperre rechnen. Unterdessen soll der weißrussische HochspringerAleksej Lesnichy des Dopings nach der Qualifikationsrunde am vergangenenFreitag überführt worden sein, hieß es. Beim Testsei das anabole Stereoid Clenbuterol entdeckt worden.
 
IOC unter Zeitdruck
Das IOC musste den möglichen Doping-Fall inaller Eile behandeln, da bereits für Dienstagabend um 21.36Uhr im Olympiastadion die Siegerehrung angesetzt wurde. "Wennsich der Verdacht bestätigen sollte, können wir dieEhrung nicht durchführen", erklärte Helmut Digel, Vizepräsidentdes Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, der für die Zeremonieoffiziell eingeteilt war.
 
Prominente auf der Doping-Blacklist
Der 29 Jahre alte Europameister Fazekas hatte denWettkampf mit 70,93 m vor Virgilijus Alekna (Litauen/69,89) gewonnen.Bronze holte ebenfalls ein Ungar - Zoltan Kovago mit 67,04 m.Fazekas würde die Reihe der prominenten Doping-Sünderim Diskuswerfen fortsetzen. Zwei Jahre nach dem Gewinn von WM-Silberwurde der Niederländer Erik de Bruijn 1993 wegen eines Anabolika-Vergehensfür vier Jahre gesperrt. Im gleichen Jahr war auch der LitauerRoman Ubartas, Olympiasieger von 1992, ertappt und gesperrt worden.In Athen war bereits die Kugelstoß-Olympiasiegerin IrinaKorschanenko wegen Dopings die Goldmedaille weggenommen worden.
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