24.05.2020 07:00 |

„Wie in der Toskana“

Klimawandel: Graz setzt jetzt auf neue Bäume

Bäume sind in der Stadt wichtige Schattenspender und Klimaregulatoren. Nur leider geraten Esche, Kastanie und Co. unter Druck. Um Laien die Auswahl der richtigen Pflanze zu erleichtern, hat das Land eine Liste von klimafitten Bäumen erarbeitet; von der Stadt Graz gibt es für frisches Grün zudem Förderungen.

„Wenn heute ein Kunde eine Rotbuche von mir möchte, verkaufe ich ihm gar keine mehr“, erzählt Peter Loidl von der gleichnamigen Baumschule bei einem Streifzug durch den Grazer Stadtpark. „Weil ich weiß, dass er in ein paar Jahren wieder vor mir steht - und zwar unzufrieden“, ergänzt der Kaindorfer. Er ist einer jener Experten, der dem Land Steiermark bei seinem dreijährigen Klimacheck-Projekt auf Initiative von Landesrat Johann Seitinger (ÖVP) beratend zur Seite stand.

Alte Baumriesen schwer angeschlagen
So wie der Rotbuche ergeht es auch dem Bergahorn, der Rosskastanie, der Fichte oder etwa der Esche - Trockenstress und neue Krankheiten bringen sie gehörig ins Wanken. Was auch im Stadtpark nicht zu übersehen ist: „Etliche alte Baumriesen sind schwer angeschlagen. Kein Wunder, bei Temperaturen wie in der Toskana. Schreitet der Klimawandel voran, wovon leider auszugehen ist, haben wir bald Verhältnisse wie in Sizilien. Das kann im Garten, so wie wir ihn bisher kannten, nicht gut gehen“, meint der 48-Jährige.

Ein Umdenken ist notwendig
Will man einen Baumbestand mit Zukunft, müsse man umdenken: „Lederhülsenbaum, Silberlinde, Baummagnolie oder Amberbaum sind tolle, klimafitte Sorten. Sie sind hitzeverträglich, Trockenphasen machen ihnen nichts aus. Darüber hinaus locken sie unzählige Vögel und Insekten an“, so der Fachmann.

Stadt unterstützt Ankauf von bis zu fünf Bäumen
Um den Grünbestand in Graz zu vergrößern, gibt es seit einem Jahr auf Anregung der Grünen eine Förderaktion der Stadt, bei der die Hälfte der Kosten für bis zu fünf neue Bäume pro Person übernommen wird (maximal 700 Euro). „Jetzt ist die beste Auspflanz-Zeit“, appelliert Stadträtin Judith Schwentner an urbane Hobbygärtner in spe. „Bäume sind die besten Klimaanlagen und Staubfilter. Wir brauchen sie dringender denn je, um dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen und für die Lebensqualität in unserer Stadt.“

Dass Bäume die besten Klimaanlagen sind, betont auch Peter Loidl: „Unter einer Laube mit natürlichem Schattenschutz ist es durchschnittlich um 15 Grad kühler als unter einer Markise.“

Details unter www.graz.at, Telefon 0316/872-4311 oder umweltamt@stadt.graz.at - Betreff: „Urbane Begrünung“

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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