22.05.2020 06:33 |

Mayer und Co. bangen

Gelbe Karte? Machtkampf rund um den Ski-Klassiker

Österreichs Ski-Stars können sich einen Weltcup ohne die Hits in Wengen kaum vorstellen. Es ist ein Machtkampf rund um den Klassiker.

„Extrem schade, eigentlich unvorstellbar“, sagt Doppel-Olympiasieger Matthias Mayer über das drohende Aus für die Weltcup-Rennen in Wengen. Mayer ist Österreichs bisher letzter Sieger auf dem Lauberhorn, gewann letzten Jänner die Kombi.

„Wengen ist unverwechselbar, ein echter Klassiker! Solche Rennen sind der Grund, warum die Leute unseren Sport lieben“, weiß auch Vincent Kriechmayr (Abfahrtssieger in Wengen 2019). Die Passagen wie Hundschopf, Brüggli-S, Österreicher-Loch oder Ziel-S sind legendär. „Hier weiß jeder TV-Zuschauer, der gerade vom Klo oder vom Trinkenholen kommt, sofort, in welcher Passage der Läufer gerade ist. Solche Rennen haben wir im Weltcup nur noch sehr wenige“, sagt Hannes Reichelt, der 2015 die Lauberhorn-Abfahrt gewann.

Wie kam’s überhaupt so weit? Wengen fordert seit vier Jahren mehr Geld vom Schweizer Verband (es geht um eine Million Euro), seit zwei Jahren wird vor Gericht gestritten. Nun reicht es dem Verband, man droht, statt Wengen einen anderen Ort (Zermatt bietet eine fünf Kilometer lange Abfahrt, die von der Schweiz nach Italien führt!) zum Zug kommen zu lassen. Viele hoffen, dass es nur eine gelbe Karte, also eine letzte Verwarnung ist. Swiss-Ski-Geschäftsführer Bernhard Aregger sagt: „Wir hoffen, dass es die Rennen in Wengen weiter gibt. Aber nicht um jeden Preis!“

Alex Hofstetter, Kronen Zeitung

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