07.05.2020 06:00 |

Minister-Resümee

Lehre aus der Krise: Digitalisierung vorantreiben!

„Der Umstieg auf das Distance Learning hat über weite Teile reibungslos funktioniert“, so das Resümee des Bildungsministers. „Eine besondere Herausforderung für viele Schülerinnen und Schüler und auch Eltern war es, mit unterschiedlichen Anwendungen konfrontiert zu sein. Hier werden wir sicher nachbessern. Ziel ist weniger Vielfalt in einer Schule“, erklärt Heinz Faßmann gegenüber der „Krone“.

Aber im Großen und Ganzen zeigt sich der Bildungsminister zufrieden: Der Umstieg auf das Distance Learning habe über weite Teile reibungslos funktioniert, „auch wenn es da und dort Herausforderungen gab. Wir können sagen, es hat seinen Praxistest bestanden. Und es hat auch viele Lehrerinnen und Lehrer überzeugt. Auch jene, die zu Beginn dem digitalen Lernen skeptisch gegenübergestanden sind.“

Jetzt gehe es darum, die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen und den gewonnenen Schwung auch in den Regelunterricht mitzunehmen. Konkrete Pläne würden in den nächsten zwei bis drei Wochen bekannt gegeben, hieß es auf Anfrage. Da auch oft der Zugang zum Internet ein Problem ist, stellt das Bildungsministerium in einer Kooperation mit Magenta 10.000 SIM-Karten mit 20 GB Datenvolumen zur Verfügung.

Neustart unseres Schulsystems - Mut für neue Wege
Die große Chance für den Neustart unseres Schulsystems nach Corona liege nicht in der Rückkehr zum Gewohnten, sondern im Mut, neue Wege zu wagen. „Wie schließen wir die immer größer werdende Kluft zwischen jenen Fähigkeiten, die in unserem Schulsystem vermittelt werden, und jenen, die junge Menschen in Zukunft brauchen werden?“, fragt Bildungsexperte Dr. Andreas Salcher.

Das „21st Century Skills Modell“ definiert vier Kompetenzfelder:

  1. kompetenter Umgang mit Medien, Technologien, Informationen und Daten
  2. persönliche Kommunikation und Teamfähigkeit
  3. Kreativität, Innovationsfähigkeit, analytisches und kritisches Denken
  4. selbstständiges Arbeiten, Mut, Unternehmungsgeist und Eigenmotivation

„Diese Anforderungen stimmen oft wenig mit der schulischen Realität überein. Dazu kommt: Diejenigen Inhalte, die am einfachsten zu unterrichten und zu prüfen sind, entsprechen leider genau den Fähigkeiten, die am schnellsten zu digitalisieren oder in Zukunft durch Künstliche Intelligenz zu ersetzen sind“, so Salcher. Es sei viel leichter, Schülern die Ursachen der Französischen Revolution beizubringen, als sie dabei zu unterstützen, mit ihrer eigenen Unsicherheit umzugehen und wertschätzend mit ihren Kollegen und Lehrern zu kommunizieren.

Viele Wege führen zur Schule der Zukunft. Eines haben diese Wege gemeinsam: Es geht um hartnäckiges Engagement über lange Zeiträume. Auf diesem Weg finden sich weder Abkürzungen noch magische Erfolgsrezepte.

Kronen Zeitung

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