05.05.2020 06:00 |

Miliz im Covid-Einsatz

Milizsoldaten rückten in Schwarzenbergkaserne ein

Premiere: In ganz Österreich wurde die Miliz zur Corona-Assistenzleistung mobilisiert. In der Schwarzenbergkaserne trafen 140 Mann ein.

So ein reger Betrieb herrscht am Einfahrtstor zur Schwarzenbergkaserne in Wals selten. „180 wurden in der Miliz einberufen“, informiert Hauptmann Rene Auer. Die Soldaten der dritten Kompanie des Jägerbataillon Salzburg kommen hauptsächlich aus Salzburg und Oberösterreich, um in Covid-Zeiten Reisetätigkeit zu vermeiden. Etwa 140 Wehrpflichtige trafen ein.

Beim Einrücktermin sind die Vorgaben strikt. Erste Station: Fragebögen müssen ausgefüllt werden. Soldat David Stücklschwaiger aus Oberösterreich nutzt einen Anhänger als Schreibunterlage. Vor zehn Jahren meldete er sich freiwillig für Milizeinsätze. „Eigentlich werden wir für Kriege ausgebildet. Jetzt ist unser Feind das Virus“, vergleicht er. Sein Gefühl? Ein neutrales. Soldaten sind da, um zu helfen.

Dann geht es zur Covid-Testung, für die meisten aus dem Auto. Eine Art Drive-in. „Einen Verdachtsfall hatten wir heute schon“, schildert Mediziner Kaan Akmanlar. Der Patient wurde sofort zur Seite genommen. Kontaktpersonen ebenso. Die Tests werden jetzt so rasch als möglich ausgewertet. In zwei Tagen sollen Ergebnisse da sein.

Covid-Tests als erste Station beim Einrücken


Dann folgt noch ein Gespräch beim Truppenarzt. Die Gesundheitsakte der Soldaten wird aktualisiert.

Insgesamt geht das Bundesheer mit größter Vorsicht vor und achtet auf räumliche Trennung: Es werden mehr Gebäude bezogen als sonst. Jedes zweite Waschbecken bleibt gesperrt. Genug Abstand ist auch hier goldene Regel.

Auf die Milizsoldaten wartet jetzt eine dreiwöchige Vorbereitung. Dann lösen sie jene Grundwehrdiener ab, deren Präsenzdienst verlängert worden war. Die Teilmobilisierung ist die erste dieser Art in der Zweiten Republik. Zum Einsatz kommen sie an den Grenzen. Auch Kontrollen am Hauptbahnhof und die Überwachung des türkischen Konsulats stehen mit am Plan. Der Einsatz wird bis Ende Juli dauern. Österreichweit rückten 2300 Milizsoldaten ein.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
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