26.03.2020 14:30 |

Kommt Anfang April

Huawei P40 (Pro): Foto-Smartphone ohne Google

Der chinesische Mobilfunkriese Huawei hat mit dem P40 (Pro) sein neuestes High-End-Smartphone vorgestellt. Mit einer 50-Megapixel-Kamera, fast randlosem OLED-Bildschirm, flottem Prozessor und 5G-Funk will man bei der Hardware Maßstäbe setzen. Aufgrund der anhaltenden US-Sanktionen gegen Huawei wird das P40 hierzulande allerdings ohne Google-Dienste wie den Play Store erscheinen - und damit für viele User uninteressant.

Huaweis Smartphone-Geschäft leidet derzeit unter von der US-Regierung verhängten Handelsbeschränkungen. Konkret darf Google seine Smartphone-Services, die bei so gut wie allen anderen Android-Smartphones vorinstalliert sind, nicht an Huawei liefern.

Massive Einschränkungen bei Android ohne Google
Das Resultat sind Smartphones, auf denen zwar Android läuft, aber Google-Dienste wie der Play Store, das Karten-Tool Maps oder Chromecast-Streaming fehlen. Huawei bemüht sich, mit seinem App-Marktplatz App Gallery den Wegfall der Google-Dienste auszugleichen. Im Test mit dem Huawei Mate 30 Pro zeigte sich aber: Für den Nutzer bedeutet das momentan massive Einschränkungen im Alltag, die auch die P40-Reihe treffen werden, die Anfang April nach Österreich kommen soll.

Welche Hardware Huawei in den P40-Modellen verbaut, sehen Sie hier:

 

Huawei P40

Huawei P40 Pro

Display

6,1 Zoll OLED (2340 x 1080)

6,58 Zoll OLED (2640 x 1200)

Kamera

50 MP (F/1.9)
16 MP (F/2.2) Weitwinkel
8 MP (F/2.4) Teleoptik, OIS

50 MP (F/1.9)
40 MP (F/1.8) Cine-Kamera, OIS
12 MP (F/3.4) Teleoptik, OIS
Tiefensensor

Frontkamera

32 MP

32 MP

Prozessor

HiSilicon Kirin 990: 2 x 2,86 + 2 x 2,36 + 4 x 1,95 GHz

HiSilicon Kirin 990: 2 x 2,86 + 2 x 2,36 + 4 x 1,95 GHz

RAM

8 GB

8 GB

Speicher

128 GB

256 GB

Speicherkarten-Slot

Bis 256 GB (proprietär)

Bis 256 GB (proprietär)

Akku

3800 mAh

4200 mAh

Funk

5G, LTE, .ax-WLAN, Bluetooth 5.1, NFC, GPS, GLONASS, Galileo

5G, LTE, .ax-WLAN, Bluetooth 5.1, NFC, GPS, GLONASS, Galileo

Extras

Dual-SIM
Fingerscanner (im Display)
Metall-Glas-Chassis

Dual-SIM
Fingerscanner (im Display)
Metall-Glas-Chassis

Software

Android 10

Android 10

Abmessungen

149 x 71 x 8,5 Millimeter

158 x 72,6 x 9 Millimeter

Unterschiede zwischen den Modellen gibt es bei Display, Akku und Kamera: Hier ist das Pro-Modell mit seiner neuen, vor allem für Videos gedachten 40-Megapixel-„Cine Kamera“ sowie der optisch um den Faktor fünf (P40: Faktor drei) vergrößernden Zoomlinse besser ausgestattet, außerdem gibt’s beim Pro-Modell mehr Diagonale, Auflösung und Akku.

Erstaunliche Zoomfähigkeiten
Wir hatten bereits Gelegenheit, einen ersten Blick auf Huaweis neue Oberklasse zu werfen - und waren nicht zuletzt von den Zoomfähigkeiten des P40 Pro verblüfft. Bei bis zu zwanzig-, dreißigfacher Vergrößerung liefert das Gerät einigermaßen scharfe und helle Ergebnisse - und bleibt dabei dank wirklich guter Bildstabilisierung gut handhabbar. Bei Faktor 50 geht die Schärfe dann langsam verloren, aber auch hier liefert das P40 im Vergleich zur Konkurrenz noch vergleichsweise gute Bilder.

Exzellente Foto- und Video-Performance
Wird nicht gezoomt, ist das Gerät ohnedies ein Hit. Die lichtstarke Hauptkamera liefert scharfe und detailreiche Ergebnisse, auch bei schlechterem Licht. Verschiedenste Algorithmen zur Bildverbesserung optimieren Schnappschüsse, erkennen Motive, entfernen Verwackler und sorgen bei Bewegtbildern dafür, dass im rechten Moment ausgelöst wird. Vor allem das Pro-Modell erfreut zudem mit sehr guter Videostabilisierung, bei beiden Modellen liefert die Frontkamera gute Selfies.

Auf den ersten Blick ebenfalls sehr gut: Das helle und kontraststarke OLED-Display in Huaweis neuer P-Serie. Schärfe, Farb- und Schwarzdarstellung sowie seitliche Ablesbarkeit sind tadellos, Gamer freuen sich über einen 90-Hertz-Modus. Beim Pro-Modell ist der Bildschirm ein wenig, aber glücklicherweise nicht so stark über die Kante gezogen, dass es dem Handling schaden würde. Bei beiden Modellen ist die Frontkamera in einem recht großen Loch im Display untergebracht.

Moderne Ausstattung, saubere Verarbeitung
Die Ausstattung dürfte für die meisten User attraktiv sein: Großer interner Speicher und die Möglichkeit, diesen mit (proprietären) Speicherkarten zu erweitern, ein zuverlässiger Fingerscanner im Display, aktuelle Funktechnologien, ja sogar 5G-Mobilfunk gibt es. Ein Blick auf die momentan noch unerhört teuren Tarife und die geringe Netzabdeckung wird bei vielen Nutzern aber die Frage aufwerfen, ob sie 5G heute schon brauchen. Fehlen könnte manchen Nutzern die klassische Audioklinke: Verkabelte Kopfhörer können nur über einen Adapter angeschlossen werden.

Die Verarbeitung der neuen P-Serie wirkt ebenfalls sehr gut: Das Chassis aus Metall und Glas - Huawei bringt diesmal eine matte, mit einer aufgerauten Art Milchglas überzogene und damit nicht so fingerabdruckanfällige Variante - wirkt hochwertig, ist aber auch sehr zerbrechlich. Bedenkt man noch die deutlich aus dem Chassis hervorstehende Kamera, wird eine Hülle damit zur Pflicht. Die Tasten an der Gehäuseseite bieten einen knackigen Druckpunkt.

Der Knackpunkt wird die Software
Huawei liefert sein P40 (Pro) mit Android 10 aus - allerdings mit eigenem App Store und eigenen Programmierschnittstellen, weil die verbreiteten Google-Services nicht genutzt werden dürfen. Ausgewiesene Android-Bastler, die kein Problem damit haben, Apps aus inoffizieller Quelle zu installieren, wird das nicht stören. Für Normalverbraucher ist es aber ein nicht zu unterschätzender Nachteil, den man bei der Anschaffung neuer Huawei-Smartphones derzeit unbedingt im Hinterkopf behalten sollte.

Huawei bringt das P40 und das P40 Pro Anfang April auf den österreichischen Markt. Das P40 soll mit 128 Gigabyte Speicher 800, das Pro-Modell mit 256 Gigabyte Speicher 1000 Euro kosten. Zusätzlich zu den neuen Smartphones bringt Huawei einen hauseigenen Musik-Streamingservice für 10 Euro pro Monat sowie eine neue Einsteiger-Smartwatch namens Huawei Watch GT2e um 170 Euro nach Österreich. Ein noch einmal etwas üppiger ausgestattetes Pro-Plus-Modell des P40 soll im Sommer folgen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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