19.03.2020 08:54 |

Studien laufen

Medizin sucht mit Hochdruck Mittel gegen Covid-19

Die Welt stemmt sich gegen das gefährliche Coronavirus. Bisher ist noch kein Impfstoff verfügbar, der eine Ansteckung unterbindet, und auch ein zielgerichtetes Medikament gegen die von SARS-CoV-2 verursachte Lungenerkrankung Covid-19 gehört bisher nicht zum Arsenal der Medizin. Doch die Forschung läuft auf Hochtouren. Experten setzen vor allem darauf, Medikamente einzusetzen, die bereits für andere Anwendungen erprobt sind. Ihr Vorteil:  Sie müssen nicht mehr so aufwendig getestet werden.

Für die Prüfung infrage kommen nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) unter anderem Substanzen, die die Vermehrung von Viren hemmen oder die verhindern, dass sie in die Zellen eindringen, sogenannte Virostatika.

Versuche mit Malaria-Medikament
So wollen etwa Tübinger Mediziner im Kampf gegen Corona-Erkrankungen das Medikament Chloroquin testen. Bereits in der kommenden Woche soll mit einer Studie an Menschen begonnen werden. Chloroquin ist eigentlich ein Medikament gegen Malaria. Es wirke aber auch gegen viele Viren, sagen die Forscher. Auch gegen SARS-CoV-2, wie zumindest Versuche im Reagenzglas zeigten.

In zahlreichen Untersuchungen werden zurzeit Medikamente oder Wirkstoffe getestet, die bereits im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen entwickelt und untersucht wurden - darunter neben Chloroquin das Hepatitis-Präparat Ribavirin und ein Mittel gegen Multiple Sklerose (Fingolimod).

Große Hoffnungen setzen Fachleute auf die Substanz Remdesivir. Sie wurde ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt, brachte aber in der klinischen Prüfung keine guten Ergebnisse. Eine gewisse Wirksamkeit zeigte sich gegen den Erreger MERS-CoV, ein Coronavirus, das 2012 entdeckt wurde und das Middle East Respiratory Syndrome (kurz MERS), eine Atemwegerkrankung, auslöst. Nun wollen Mediziner prüfen, ob sich der Wirkstoff möglicherweise auch zur Behandlung von Covid-19 einsetzen lässt.

Fünf Studien mit Mittel gegen Ebola
Derzeit laufen fünf Studien - in China und den USA - mit dem Mittel. Erste Patienten haben Remdesivir bereits erhalten, in den USA sind darunter Covid-19-Patienten von Bord der Diamond Princess (Bild unten), jenem Kreuzfahrtschiff, das zwei Wochen lang wegen des Coronavirus im Hafen von Yokohama in Japan unter Quarantäne gestellt worden war. Anfang April könnten erste Ergebnisse vorliegen.

Bis ein offiziell zugelassenes Medikament - egal mit welchem Wirkstoff - verfügbar ist, dürften aber noch viele Monate vergehen. Bereits erforschte Wirkstoffe können unter Umständen schneller in die Phase der klinischen Prüfung eintreten, in der das Mittel an größeren Patientengruppen getestet wird - und dann bei erfolgreicher Testung auch schneller zugelassen werden.

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