„Null Toleranz“

Kuss mit Schülerin (12): Berufsverbot für Lehrer

Weil ein 28-jähriger Pädagoge eine zwölfjährige Schülerin der NMS Schwertberg in Oberösterreich geküsst haben soll, hat am Mittwoch das Bildungsministerium reagiert. Auch wenn es keinen sexuellen Kontakt gegeben haben dürfte, betonte das Büro von Heinz Faßmann (ÖVP): „Hier wurde eindeutig eine Grenze überschritten. Für solche Vorfälle haben wir null Toleranz.“ Der Lehrer darf in Österreich nicht mehr unterrichten.

Nachdem der Bildungsdirektion Oberösterreich vor einigen Wochen gemeldet worden war, dass sich der Lehrer und die Zwölfjährige wohl im Schulgebäude geküsst hatten, wurde der Mann „unmittelbar dienstfrei gestellt“, wie es von Pressesprecherin Elisabeth Seiche hieß. Sein Anstellungsverhältnis wurde gelöst und der Pädagoge dürfe an keiner anderen Schule in Oberösterreich mehr unterrichten. Die Bildungsdirektion kann nur für das jeweilige Bundesland handeln und ein Berufsverbot aussprechen.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eingestellt
„Der Lehrer und die Schülerin haben das Verhältnis eingestanden. Wir können so ein Verhalten nicht dulden, dabei ist das Alter vordergründig nicht so sehr von Relevanz“, sagt Herwig Kerschbaumer von der Bildungsdirektion OÖ zur „Krone“.

Die Bildungsdirektion zeigte den Pädagogen wegen Verdachts des „Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses“ bei der Staatsanwaltschaft Linz an. „Uns wurde mitgeteilt, dass die Ermittlungen aber eingestellt wurden“, weiß Kerschbaumer. Denn bei den Handlungen soll es sich - laut Kind und Lehrer - um keine sexuellen Übergriffe gehandelt haben, und Küssen sei nicht strafrechtlich relevant.

Lehrer darf auch in keinem anderen Bundesland mehr unterrichten
Die Argumentation der Bildungsdirektion, dass der Lehrer die Möglichkeit hätte, „sein Amt noch in einem anderen Bundesland auszuüben“, stieß im Bildungsministerium auf Kopfschütteln. „Für uns ist mit dem heutigen Informationsstand klar, dass der suspendierte Lehrer auch in keinem anderen Bundesland wieder als Lehrer tätig werden kann. Wir sehen auch die Gewerkschaft gefordert, sich mit solchen Fälle auseinanderzusetzen und hier klar Stellung zu beziehen“, hieß es weiters aus dem Büro von Faßmann.

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Dienstag, 31. März 2020
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