18.01.2020 11:19 |

Angriff aus Türkei

Hacker legen griechische Regierungs-Websites lahm

Türkische Hacker haben am Freitag mehrere griechische Regierungs-Websites lahmgelegt. Die Seite des Außen- sowie des Wirtschaftsministeriums, des Parlaments und der Börse waren mehr als anderthalb Stunden nicht erreichbar. Die türkische Hackergruppe „Anka Neferler“ bekannte sich auf Facebook zu der Attacke. Griechenland bedrohe nicht nur „die Türkei in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer“, sondern bedrohe nun auch die internationale Libyen-Konferenz, die am Sonntag in Berlin stattfindet.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Chaos. Während in Tripolis die international anerkannte Einheitsregierung von Fayez Sarraj ihren Sitz hat, herrscht im Osten und Süden des Landes eine Gegenregierung, die von General Khalifa Haftar unterstützt wird. Am Sonntag findet in Berlin eine internationale Libyen-Konferenz unter UN-Schirmherrschaft statt.

Griechenland wurde zu der Konferenz nicht eingeladen. Es unterhält im Libyen-Konflikt enge Kontakte zu General Haftar. Dagegen unterstützt die Türkei Sarraj politisch und militärisch.

Streit um Seegrenzen
Griechenland ist empört über eine im November zu seinem Nachteil zwischen Sarraj und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffene Vereinbarung zu Seegrenzen im Mittelmeer und droht mit einem Veto gegen EU-Beschlüsse zu einem Libyen-Friedensplan, sollte die türkisch-libysche Vereinbarung nicht zurückgenommen werden.

Haftar nahestehende libysche Stämme riefen indes zu einer Blockade der Ölexporte des Landes aus Protest gegen die türkische Intervention in dem Konflikt auf. Zudem sollten die Gas-Pipelines von Mellita, Brega und Misrata „sofort“ geschlossen werden, forderten die Stämme. Auf diese Weise könnten „die Finanzierungsquellen des Terrorismus‘ ausgetrocknet werden“, sagte ein Stammesführer der Nachrichtenagentur AFP.

Öl „lebenswichtig“ für libysche Wirtschaft
Die staatliche Ölfirma NOC reagierte besorgt. NOC-Leiter Mustafa Sanalla erklärte, der Ölsektor sei „lebenswichtig“ für die libysche Wirtschaft und warnte davor, einen Exportstopp als Druckmittel „für politische Verhandlungen“ einzusetzen.

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