10.01.2020 21:28 |

„Hexer“ Eichberger

ER zog den Tschechen mit Zauberparaden den Nerv!

Sieg, Sieg, Sieg - Österreichs Start in die Handball-Heim-EM 2020 ist absolut gelungen! Klar, man hatte bereits im Vorfeld damit spekuliert, dass gegen Tschechien womöglich ein Sieg drinnen sein könnte - aber mit „Spekulieren“ alleine wurden noch kaum Partien gewonnen. Aus einer geschlossen starken Mannschaft stachen zwei Akteure sogar noch hervor: Goalgetter Nikola Bilyk (12 Volltreffer) und Tormann Thomas Eichberger, der 40 Prozent aller Würfe auf sein Gehäuse abwehren konnte - und den Tschechen so vor allem in der zweiten Hälfte den Nerv zog …

„Ich muss das erst einmal sacken lassen“, meinte der 26-Jährige Steirer nach seinem erst fünften A-Länderspiel. Vor wenigen Monaten noch wäre das Erlebnis EM für Eichberger recht unwahrscheinlich gewesen. Weil aber Schaffhausen-Legionär Kristijan Pilipovic im Oktober überraschend seinen Rücktritt erklärte, kam Eichberger zum Zug. „Natürlich hat mir das geholfen“, meinte er nach dem Sieg über die Tschechen, in dem er nach rund 20 Minuten den glücklosen Routinier Thomas Bauer ersetzte und mit 9 Paraden zum Schlüsselspieler avancierte. „Er hat seine Chance genützt“, stellte Teamchef Ales Pajovic zufrieden fest.

Der Mann von der HSG Graz absolvierte Ende 2018 sein erstes A-Spiel noch unter dem alten Teamchef Patrekur Johannesson, mit Pajovic hat er eine gemeinsame Vergangenheit. Der Slowene coachte Eichberger dreieinhalb Jahre bei der HSG, er hält viel von ihm. „Er ist ein echter Profi, hat nach Verletzungen richtig gekämpft“, sagte Pajovic. Eichberger gab an, auf dem Spielfeld keine Nervosität verspürt zu haben - im Gegensatz zu den Stunden davor: „Auf der Fahrt zur Halle habe ich mir fast in die Hose gemacht, muss ich ehrlich sagen.“

Die Stimmen zum Spiel:

Nikola Bilyk (Kapitän Österreich, 12 Tore): „So ein erstes Spiel ist immer schwer. Man ist ein bisschen nervös, vor so einer Kulisse. Ich hoffe aber, dass die erste Nervosität jetzt weg ist. Es war ein unglaubliches Spiel von uns. Jeder hat gekämpft, wir haben alles auf dem Spielfeld gelassen. Wir sind in den entscheidenden Phasen cool geblieben. Wir waren in der Offensive richtig gut, in der Defensive nicht so. Am Ende hat uns der Tormann wirklich geholfen. Ich denke, das war der Schlüssel.“

Ales Pajovic (Teamchef Österreich): „Das war ein richtig super Kampf. Wir haben Charakter gezeigt, und Teamgeist vor einer vollen Halle. In der Abwehr haben wir manchmal Probleme gehabt. 100 Prozent bin ich nicht zufrieden, aber zufrieden mit den zwei Punkten. Wir haben jetzt keine Euphorie, wir haben zwei Punkte und müssen in Ruhe weiterarbeiten.“

Thomas Eichberger (ÖHB-Tormann): „Es war ein Spiel von drei (in der Vorrunde, Anm.), wir müssen das nächste auch gewinnen gegen die Ukraine. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit in der Abwehr gesteigert, der Niko (Bilyk) war überragend. Auch die Unterstützung ist ganz gut gelaufen. Es war eine unglaubliche Stimmung, ein unglaubliches Gefühl. Ich muss das erst realisieren. Es war eine extrem enge Partie. Bei plus drei zwei Minuten vor Schluss konnten wir das erste Mal ein bisschen aufatmen. Der Sieg nimmt den ersten Druck weg. Wir werden alles geben, damit wir die anderen beiden Partien auch gewinnen.“

Jan Filip (Trainer Tschechien): „Es war ein wirklich hartes Spiel für uns. Österreich war in den letzten 15 Minuten besser als wir. Wir haben 29 Tore erzielt, das ist ganz gut. Aber 19 Gegentore in der zweiten Hälfte sind zu viel. Ich hatte in einigen Phasen das Gefühl, dass wir besser sind. Aber Tormann Eichberger hat ihnen sehr geholfen.“

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