Nach politischem Eklat

Chinesen sauer! Özil-Trikots auf den Müll geworfen

Mesut Özil ist wieder mal in den Schlagzeilen und wieder nicht wegen seiner fußballerischen Leistung. Der Arsenal-Profi, der in jüngster Vergangenheit nach dem Erdogan-Skandal davon sprach, in der Zukunft nicht politisch werden zu wollen, sorgte diesmal in China mit einer politischen Aussage für Unmut. Er kritisierte China für seine Politik mit der Minderheit der Uiguren. Und die Chinesen reagieren unterschiedlich. Nachdem die staatlichen Medien Özils Aktion verurteilt hatten, trugen viele Chinesen ihre Arsenal- und Özil-Reliquien zum Müll. Das Ende einer großen Liebe - schrieben chinesische Social-Media-Nützer auf die dortige Plattform „Weibo“. 

Nachdem sich Özil kritisch zur Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China geäußert hatte, ging es in China Schlag auf Schlag. Das chinesische Staatsfernsehen sagte laut Medienberichten die TV-Übertragung eines Arsenal-Spiels ab. Wie die staatliche Zeitung „Global Times“ auf ihrem englischsprachigen Twitter-Account berichtete, strich der Sender CCTV das Spiel zwischen Arsenal und Manchester City (0:3).

Die am Sonntagnachmittag angesetzte Partie wurde vom Sendeplan genommen, weil Özils „falsche Kommentare“ die chinesischen Fans und den nationalen Fußballverband „enttäuscht“ hätten. Özil hatte in sozialen Medien die muslimischen Staaten für ihre Zurückhaltung über die Lage der Uiguren in China kritisiert. In türkischer Sprache bemängelte der Ex-Weltmeister das „Schweigen der muslimischen Brüder“, während das Thema von westlichen Regierungen und Medien aufgegriffen worden sei.

Trikots verbrannt?
Arsenal hatte sich kurz darauf von den Äußerungen distanziert. Der Inhalt sei die persönliche Meinung von Özil, schrieb der Klub auf dem chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo. Arsenal halte sich indes an das Prinzip, keine politischen Statements abzugeben. Die chinesischen Arsenal-Fans entluden ihre Wut an Özil-Trikots und anderen Reliquien des Stars aus. Der Guardian schreibt, manche chinesische Fans hätten sogar Özil-Trikots verbrannt.

Nach offiziell unbestätigten Schätzungen sind Hunderttausende Uiguren in Umerziehungslager gesteckt worden, die China allerdings nur als Fortbildungszentren beschreibt. Uiguren sind ethnisch mit den Türken verwandt und fühlen sich von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan der Volksrepublik einverleibt. Peking wirft uigurischen Gruppen Terrorismus und Separatismus vor.

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Dienstag, 14. Juli 2020
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