12.12.2019 16:38 |

Für Vulkan-Opfer

Ärzte wollen 120 Quadratmeter Haut importieren

Vier Tage nach dem Vulkanausbruch in Neuseeland kämpfen Mediziner weiter um das Leben von 22 Verletzten. Um die zahlreichen Brandopfer versorgen zu können, müssen die Ärzte nun zu drastischen Maßnahmen greifen: Die Behörden haben veranlasst, dass 120 Quadratmeter Haut aus den USA und Australien nach Neuseeland gebracht werden.

Die Ärzte bräuchten „dringend mehr Hauttransplantate“, sagte Peter Watson, klinischer Direktor im Middlemore Hospital, in dem sich das Nationale Verbrennungszentrum Neuseelands befindet, gegenüber „Sky News“. Die Menge der benötigten Haut entspricht etwa 60 Spendern. Aus Neuseeland selbst gebe es dafür nur wenig Hilfe: Nur etwa fünf bis zehn Menschen spenden dort jährlich Haut.

Ärzte müssen 500 Stunden operieren
Manche Patienten haben Verbrennungen an bis zu 95 Prozent ihres Körpers erlitten, einige haben nicht nur äußere Verletzungen, sondern auch Schäden an inneren Organen - zum Beispiel an den Lungen. Chirurgen schätzen, dass sie innerhalb der nächsten Tage und Wochen ungefähr 500 Stunden operieren müssen.

Riskanter Einsatz zur Leichenbergung
Die Polizei teilte unterdessen mit, dass die riskante Suche nach den Leichnamen startet. Trotz der Warnungen von Vulkanforschern vor einer möglichen neuen Eruption sollen Teams Freitagfrüh (Ortszeit) auf die Vulkaninsel gehen und nach den Leichen suchen. Sind sie einmal geborgen, sollen sie auf die Marinefregatte HMNZS Wellington gebracht werden, die vor der Küste vor Anker liegt.

Die Behörden gehen davon aus, dass sie aufgrund der von Drohnen und Hubschrauberpiloten kurz nach dem Ausbruch gesammelten Informationen den Ort von sechs der acht Leichen auf der Insel kennen. Deren Bergung habe Priorität, sagte Polizeikommissar Mike Clement.

Gefahr eines neuen Ausbruchs liegt bei bis zu 60 Prozent
Die neuseeländischen Behörden waren zuvor massiv unter Druck geraten, endlich mit der Bergung zu beginnen. Ein Geologe soll die riskante Mission unterstützen und in Echtzeit Daten auswerten, um den Einsatz im Falle einer unmittelbar bevorstehenden Eruption abbrechen zu können. Die Gefahr eines neuen Ausbruchs liegt nach Angaben von Seismologen mittlerweile bei 50 bis 60 Prozent.

„Die Gefahr ist nicht vorbei“, stellte auch Clement klar. „Natürlich“ werde er sich Sorgen um die Bergungsteams machen. „Die Leute begeben sich selbst an die vorderste Front, um das Richtige zu tun. Wir werden mit unseren Gedanken, unseren Gebeten und unserer Liebe bei ihnen sein.“

Brüder starben im Krankenhaus
Zusammen mit den acht Toten, die noch auf White Island vermutet werden, geht die Polizei mittlerweile von 16 Toten aus. Zwei Menschen erlagen nach Polizeiangaben in der Nacht auf Donnerstag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Nach Angaben ihrer Schule in Sydney handelt es sich um zwei australische Brüder - die Eltern der beiden Buben gelten offiziell noch als vermisst.

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