09.12.2019 10:13 |

Tote und Vermisste

Neuseeland: Urlauber von Vulkanausbruch überrascht

Bei einem Vulkanausbruch in Neuseeland sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, etwa 20 weitere wurden verletzt. Die Opferzahl könnte aber noch deutlich steigen: Zum Zeitpunkt der Eruption hielten sich laut Angaben der Polizei rund 50 Touristen auf der Insel auf, mehr als 20 davon würden noch vermisst, hieß es. Auf Bildern einer Beobachtungskamera ist zu sehen, wie sich kurz vor der Eruption um 14.11 Ortszeit (2.11 Uhr MEZ) eine größere Gruppe von Wanderern in unmittelbarer Nähe des Kraters aufhält. Dann wird das Bild schwarz ...

Auf den Fotos, die kurz vor dem Ausbruch entstanden, sind mehrere Touristen in der Nähe des Kraters zu sehen. Mehr als ein halbes Dutzend Menschen hielt sich laut aktuellen Informationen innerhalb des Kraterrandes auf, als der White-Island-Vulkan überraschend ausbrach.

Örtlicher junger Touristenführer unter den Toten
Einer der fünf Toten war ein örtlicher Touristenführer, ein „junger, energetischer Mann“, wie auf einer Pressekonferenz betont wurde. Die weiteren Todesopfer dürften Touristen gewesen sein - aus welchen Ländern sie stammten, wurde noch nicht bekannt gegeben. Mehrere der Ausflügler kamen von einem Kreuzfahrtschiff, der „Ovation Of The Seas“.

Bis zum Abend Ortszeit konnten 23 Touristen, die am Montag eine Bootstour zum White Island unternommen haben sollen, in Sicherheit gebracht werden. Die anderen galten offiziell als vermisst.

„Wir versuchen verzweifelt, die Menschen von der Insel zu bringen“
Die örtliche Bürgermeisterin Judy Turner sagte, Rettungskräfte seien vor Ort, es habe zahlreiche Verletzte gegeben. „Ich weiß nicht, wie viele oder mit welchen Verletzungen, aber Rettungskräfte versuchen derzeit verzweifelt, diese Menschen von der Insel weg zu einem Krankenhaus zu bringen.“

Neuseelands Vize-Polizeichef John Tims sagte, „wahrscheinlich“ gebe es noch mehr Todesopfer. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sagte dazu: „Wir haben derzeit noch keine volle Klarheit. Wir wollen jetzt nicht spekulieren.“

Suche nach Vermissten läuft weiter
Mindestens sieben Hubschrauber und Flugzeuge waren bis Einbruch der Dunkelheit in dem Gebiet im Einsatz, in dem eine dichte weiße Aschewolke über dem Vulkan hing. Aus Sorge vor weiteren Eruptionen war es Polizei und Rettungskräften nach Angaben eines Sprechers zunächst nicht möglich, die Insel genauer abzusuchen. 

Aktivster Vulkan Neuseelands
White Island liegt etwa 50 Kilometer nördlich der Küste von Neuseelands Nordinsel in der malerischen Bay of Plenty. Der Vulkan, der von den Maori-Ureinwohnern Te Puia O Whakaari („Der dramatische Vulkan“) genannt wird, ist der aktivste Vulkan Neuseelands. Den letzten Ausbruch gab es 2016. Damals wurde niemand verletzt. In den vergangenen Wochen war jedoch wieder verstärkte Aktivität bemerkt worden. Dies führte aber nicht zu, dass die Touren verboten wurden. Das Betreten ist grundsätzlich nur im Beisein von ausgebildeten Führern erlaubt. Die Insel befindet sich in Privatbesitz.

Die Insel wurde anno 1769 vom britischen Seefahrer James Cook entdeckt, der ihr auch den Namen gab. Grund dafür war, dass White Island ständig in einer Wolke von weißem Dampf und Rauch erschien. Mehrere Unternehmen bieten Tagestouren für Touristen an. Die Insel wird pro Jahr von etwa 10.000 Ausflüglern besucht.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 27. Jänner 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.