10.12.2019 19:39 |

Saftige Strafe

Vor Frau bei Spritztour in Lamborghini masturbiert

Was geschah während der Spritztour mit dem Tempo-Boliden im Sommer bei einem Sportwagentreffen am Kärntner Wörthersee? Darüber gehen die Meinungen auseinander - je nach dem, wen der beiden man fragt. Denn in der Luxus-Karosse saßen zu diesem Zeitpunkt ein 26-jähriger wohlhabender Bauunternehmer und eine 25-jährige „Auserwählte“, die einmal am Beifahrersitz mit dem Flitzer mitfahren durfte. Sie sprach von sexueller Belästigung, er davon, dass sie nur „irgendwas erzähle“. Der Angeklagte bekam schlussendlich eine saftige Rechnung präsentiert - das Urteil: 40.000 Euro Geldstrafe.

Gleich vorweg - die Luxus-Karosse, ein Lamborghini, ist auf die Firma angemeldet. Mit diesem präsentierte sich der Angeklagte - ein 26-jähriger Türke, der in Wien lebt und arbeitet - als Gast bei einem Sportwagentreffen am Wörthersee. Am Abend stieg dann die 25 Jahre alte Frau - sie war mit einer Polterrunde unterwegs gewesen - in den Wagen, durfte mit dem Unternehmer eine Runde drehen.

„Ich hab gedacht, ihr ist vielleicht schlecht“
Doch die Spritztour verlief anders, als wohl beide dachten. Wie der 26-Jährige erklärte, habe die junge Frau nach kurzer Fahrt plötzlich wieder aussteigen wollen, schob das vor Gericht auf den irritierten Magen der Beifahrerin. „Ich hab gedacht, ihr ist vielleicht schlecht“, gab der 26-Jährige vor Gericht an. Sie sei jedenfalls freiwillig in den Wagen gestiegen, betonte der Angeklagte vor dem Richter, den gesamten Tag über habe er immer wieder Leute in dem Sportwagen mitgenommen - wie bei Treffen nun mal üblich.

„Schon nach wenigen Metern Hand am Oberschenkel“
Die 25-Jährige wiederum schilderte als Zeugin am Dienstag weit detailgetreuer, was sich auf der Autofahrt zugetragen haben soll. „Ich bin ins Auto gestiegen und habe mich angeschnallt, und schon nach wenigen Metern habe ich seine Hand auf meinem Oberschenkel gespürt“, sagte sie.

Für sie hätten die Alarmglocken geschrillt, sie habe sofort per WhatsApp ihre Freundinnen verständigt und ihren aktuellen Standort mitgeschickt. Schon während der Fahrt habe der Mann an sich herumgefummelt, ihr Geld zugesteckt und ihr gesagt, dass sie während der Fahrt auch „Spaß“ haben könnten. Aussteigen habe er sie zunächst nicht lassen. Als er schließlich bei einem Wald stehen blieb, flüchtete sie aus dem Wagen.

„Sie hat keine Motivation, Sie zu belasten“
Warum die Frau ihn denn belasten sollte, wollte der Richter von dem Angeklagten wissen. Antwort konnte der 26-Jährige darauf keine geben: „Ich weiß es nicht, sie erzählt einfach irgendwas.“ Der Richter hingegen hegte keinerlei Zweifel an den Angaben der jungen Frau. „Sie hat keine Motivation, Sie zu belasten, sie kennt Sie nicht und sie will auch nicht einmal eine Entschädigung.“

Der Angeklagte wurde schlussendlich wegen Freiheitsentziehung und sexueller Belästigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro verurteilt. Die Höhe der Geldstrafe - 500 Tagessätze in Höhe von je 80 Euro - begründete der Richter mit dem hohen Einkommen des Angeklagten.

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