17.10.2019 17:07 |

Share-Online.biz down

Polizei nimmt größten deutschen Filehoster offline

In einer konzertierten Aktion haben Cybercrimespezialisten der Staatsanwaltschaft Köln und des Polizeipräsidiums Aachen am Mittwoch den größten deutschsprachigen Filehoster, Share-Online.biz, vom Netz genommen. In mehreren deutschen Bundesländern wurden Wohn- und Geschäftsräume durchsucht, weitere Razzien fanden in Frankreich und einem niederländischen Rechenzentrum statt. Der Aktion vorausgegangen war ein Strafantrag der deutschen Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU).

Der Vorwurf gegen drei Beschuldigte im Alter von 40, 48 und 54 Jahren lautet auf „Beihilfe zur gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke in einer Vielzahl von Fällen“, wie die GVU in einer Mitteilung schreibt. Bei Share-Online.biz wurden demnach auf mehreren Hundert Servern millionenfach Dateien gehostet, die dann mittels eines Download-Links wieder heruntergeladen werden konnten.

Quelle für illegale Downloads
Der Dienst sei vor allem in der Piraterie-Szene beliebt, so die GVU. Demnach zählten einschlägig bekannte Portale wie DDL-Warez.to, Serienjunkies.org oder Canna.to zu den Seiten, die am häufigsten auf Share-Online verlinkten. Den Rechteinhabern wurde das Vorgehen gegen die illegal hochgeladenen Angebote durch einen hauseigenen Link-Verschlüsselungsdienst erschwert, zudem lag der Firmensitz offiziell in Belize.

Zwischen 2008 und 2017 sollen die Betreiber des Filehosters Umsätze von über 50 Millionen Euro generiert haben, zuletzt lag die Serverkapazität im zweistelligen Petabyte-Bereich. Monatlich verzeichnete die Seite laut GVU zwischen sechs und zehn Millionen Besuche.

„Luft für Täter wird dünner“
GVU-Geschäftsführerin Evelyn Ruttke beglückwünschte die Behörden zu ihrem Erfolg und hob die Besonderheit des Verfahrens hervor: „Erstmals stehen hier Filehoster-Betreiber im Fokus eines strafrechtlichen Urheberrechtsverfahrens, weil sie Portalseiten und Foren wie DDL-Warez, Boerse, Movie-Blog und MyGully durch Partnerprogramme und Provisionszahlungen unterstützt und finanziert haben sollen.“

Ruttke wertet den Schlag gegen Share-Online.biz als Zeichen, dass die Luft für die Täter von Urheberrechtsdelikten dünner wird.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen