17.10.2019 09:00 |

Birkensiedlung

Haltestelle wird zum finanziellen Trauerspiel

Die Zahlen liegen auf dem Tisch und sie verheißen nichts Gutes für die hoffnungsvollen Bewohner der Birkensiedlung. Das Bauamt der Stadt Salzburg berechnete die Kosten für einen Umbau der bestehenden Haltestelle, so dass die Obus-Station wie gehabt im Zehn-Minuten-Takt angefahren werden könne. Das Ergebnis lässt die Hoffnungen der Anrainer platzen: Die Mehrkosten sind enorm.

Rund 210.000 Euro würde der Umbau der Haltestelle Birkensiedlung kosten – das ist in etwa so viel, wie die Stadt zum Bau der Haltestelle des Landes zuschießt. Ausschlaggebend sind allerdings die laufenden Kosten: Auf rund 381.000 Euro jährlich kommen die Verkehrsexperten in ihren Berechnungen. Die beinhalten die zusätzlichen Kilometer, die beim Anfahren der Birkensiedlung zustandekommen, inklusive einem Obus samt Fahrer. Der wäre notwendig, um das Streckennetz aufrechterhalten zu können.

Baustopp nicht möglich – Mehrkosten drohen

Die Stadt auch eine rechtliche Beurteilung in Auftrag ergeben. Rechtsanwalt Robert Bukovc führt darin an, dass die Stadt Salzburg keinerlei Möglichkeit hat, den Bau der neuen Haltestelle Weidenstraße zu stoppen. Stattdessen würden sogar Mehrkosten drohen, wenn die Stadt den eigens verhängten Baustopp für den Gehsteig zur neuen Haltestelle nicht bald aufhebt. Der könnte jetzt nämlich in einem Zug von jener Baufirma errichtet werden, die die Landeshaltestelle baut.

Das Fazit der Magistratsdirektion: Alternativen gibt es zwar, sie sind allerdings viel zu teuer. Ein Baustopp von Seiten der Stadt ist zudem gar nicht möglich. Der politischen Allianz aus SPÖ, FPÖ, Bürgerliste und Neos – die sich für die Bewohner der Birkensiedlung stark macht – wurde somit der Wind aus den Segeln genommen. Und schon nächsten Mittwoch muss der Gemeinderat seine aufgeschobene Entscheidung zur Mitfinanzierung der Haltestelle Weidenstraße treffen.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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