21.10.2019 07:00 |

„Krone“-Interview

Chastity Belt: „Keine von uns will ausbrennen“

Mit seiner Auffassung von Indie Rock ist das Vier-Frauengespann Chastity Belt schon seit einigen Jahren in aller Munde. Filigrane Musik paart sich dabei mit eruptiven Ausbrüchen, die Texte changieren zwischen persönlich und feministisch. Sängerin Julia Shapiro und ihre Kolleginnen standen und am Rande ihres Auftritts beim Waves Festival Rede und Antwort über ihr brandneues Album, die Wirkung von Lucinda Williams und Fiona Apple und weshalb man bei Flugbuchungen künftig lieber zweimal schaut.

„Krone“:Euer Bandname an sich ist schon ziemlich interessant. Der „Chastity Belt“ ist ein Gerät, das Sex und Masturbation unmöglich machen soll. Wie kommt man auf die Idee, seine Band so zu nennen?
Julia Shapiro:
(lacht) Ehrlich gesagt haben wir niemals darüber nachgedacht, wie es auch Masturbation verhindern soll, aber du hast natürlich Recht. Was für ein Augenöffner. (lacht) Es war eine durchzechte Nacht, in der Lydia und ich sehr viel Spaß hatten.
Lydia Lund: War das die Nacht, in der wir in diese eine Messe eingebrochen sind? Wo wir so Schilder und Schwerter mitgenommen haben.
Shapiro: Wirklich? Daran kann ich mich nicht erinnern. (lacht) Der Gürtel war ein mittelalterliches Folterinstrument und Dinge aus dem Mittelalter haben uns immer schon fasziniert. Der Name war schon vor der Band da. Es war quasi ein Post-Punk-Statement und wir hätten auch nie gedacht, dass wir damit so weit kommen würden. (lacht) Mittlerweile denkt man vielleicht schon eher an diese Band als an das Gerät selbst. Das klingt so, als wären wir extrem scharf auf Aufmerksamkeit.

Unlängst habt ihr mit „Chastity Belt“ ein brandneues Album herausgebracht. Wenn Bands ihr Werk nach dem eigenen Bandnamen betiteln, steckt meist etwas mehr dahinter als sonst. Wie ist das bei euch?
Lund:
Wir konnten uns einfach nicht auf einen Albumtitel einigen.
Shapiro: Wir haben auch noch nie so viel Zeit aufgewendet, um ein Album zu produzieren, worauf wir extrem stolz sind. Es klingt einfach so, wie wir wollten.
Lund: Ich fühlte mich im Studio extrem wohl und das hatte auch direkte Auswirkungen auf meine Kreativität. Wir haben einfach ein tolles Teamworking aufgebaut und das Kollaborative stand eindeutig im Vordergrund.
Shapiro: Wir haben direkt im Studio geschrieben, was wir noch nie zuvor machten. Wir waren auch beim Mixing-Prozess, was wir nie davor taten. Es ist einfach unser Baby. Von A bis Z.

Ist die Vertrauensbasis bei Leuten, die euch künstlerisch umgeben wichtig? Oder sagen wir wichtiger als es vielleicht früher einmal war?
Shapiro:
Definitiv. Es war immer sehr wichtig und wir hatten sehr viel Glück, mit den richtigen Menschen zusammenarbeiten zu können. Die menschliche Basis hat immer gepasst, aber dieses Mal war der Vibe noch besser. Wir sind alle sehr gut befreundet und das hört man dem Album an.

Vor diesem Album musstet ihr aus Gesundheitsgründen eine Tour absagen, danach habt ihr euch alle verstreut und auf Soloprojekte bzw. andere Projekte konzentriert. Es gab ja sogar zahlreiche Gerüchte, dass ihr euch vor etwa zwei Jahren aufgelöst hättet…
Shapiro:
(lacht) Die Menschen und auch ihr Medien lieben ja den Sensationsgedanken. Wir waren weniger als sechs Monate nicht zusammen unterwegs und haben auch nichts in die Richtung angekündigt. Wir waren einfach müde und brauchten etwas Abstand. Ein bisschen Drama für die Medien hat uns aber selbst Spaß gemacht, wir haben das Spiel ein Stück weit dann mitgemacht. (lacht) Gerüchte kann man auch lustig sehen, so erleichtert man sich das Leben. Es ist wirklich nichts Dramatisches passiert, das dir eine tolle Geschichte liefert. Dramatik müssten wir schon erfinden.

Gerade Freundschaften sind ja per se intensiver als herkömmliche Arbeitsbeziehungen. Ist es daher nicht umso wichtiger, sich auch mal hie und da ein bisschen von den anderen zu lösen?
Shapiro:
Wir waren davor fast nonstop unterwegs und es musste einfach mal auf die Bremse getreten werden. Wir haben das alle gespürt.
Gretchen Grimm: Die Pause hat im Endeffekt eine Tür zu einer Kommunikationsebene geöffnet, die wir davor überhaupt nie hatten. Wir waren ehrlicher denn je zuvor und das hat unsere Freundschaft nur verstärkt.
Shapiro: Es war wie ein Wecker, der uns alle aufgerüttelt hat. Jede von uns hat sich überlegt, was sie von der Band erwartet und in der Band beitragen will. Wie man es selbst so legen kann, dass es für jeden besser und angenehmer wird.

Läuft die Band nun heute anders als vor fünf oder zehn Jahren? Habt ihr dahingehend etwas verändert bzw. umgemodelt?
Shapiro:
Wir sind wieder zu den Frühzeiten zurückgegangen. Die Freundschaft kommt als erstes, wir haben wieder mehr Spaß und versuchen, die Dinge nicht allzu ernst zu nehmen. Wenn der Druck kommt, dann, weil wir ihn uns selbst machen und nicht weil irgendjemand irgendwas von uns erwartet.

Gab es einen entscheidenden Moment, bei dem ihr wusstet, es wird jetzt Zeit für ein neues Album?
Shapiro:
Wir hatten die Songs schon länger und wussten, dass es ein Album geben wird. Vier Songs haben wir nach der Pause geschrieben, der Rest stand mehr oder weniger.
Lund: Wir haben ohnehin geplant, wieder loszulegen und als wir spürten, wie viel Spaß wir hatten, war klar, dass wir die nächste Stufe erklimmen würden.
Grimm: Wir haben viel über uns und die Band geredet und sind draufgekommen, dass jede von uns Dinge für wichtig hielt, die anderen eher egal waren. Es gab einfach viele falsche Einschätzungen und Missverständnisse. Es sollte nie zu einem weiblichen Krieg kommen, wir haben einfach zu wenig kommuniziert. Die Quintessenz des Ganzen war, dass keine von uns mehr so viel touren wollte, aber niemand sprach es aus. Irgendwie haben wir uns das Thema dann aber erarbeitet und von dort weg lief alles wieder lockerer.
Shapiro: Wenn du als Band mehr Aufmerksamkeit bekommst, bekommst du auch mehr Möglichkeit und mehr Leute, die rundherum mitarbeiten. Du willst dann selber weiterkommen und auch die anderen nicht enttäuschen. Der Lebensstil war zu intensiv und das mussten wir erst verstehen. Dass man auch einmal auf die Bremse steigen kann und es egal ist.

War das auch ein Lernprozess in Hinblick auf Ehrlichkeit und Offenheit den anderen gegenüber?
Shapiro:
Definitiv. Wir wollten nie jemanden enttäuschen, aber wenn Chastity Belt eine Band sein soll, die lange oder für immer existieren will, dann muss man die Zeichen erkennen und auch mal pausieren. Keine von uns will ausbrennen, damit ist niemandem gedient.

Das vorletzte Album trug den Titel „I Used To Spend So Much Time Alone“. War das eigentlich schon ein unterbewusstes Zeichen für all das, was danach bei euch passierte?
Shapiro:
(lacht) Mann, so haben wir das noch gar nie gesehen. Es war eine Prophezeiung. Nein, Spaß beiseite. Damals waren wir ja konstant auf Tour und außerdem war ich in einer Beziehung und eigentlich wirklich nie alleine.

Als Produzentin habt ihr für „Chastity Belt“ mit Melina Duterte aka Jay Som auch eine starke Frau aus dem Business gewählt. Hatte sie dieselben Visionen wie ihr, was den Sound und die Ausrichtung angeht?
Shapiro:
Es war eine natürliche Zusammenarbeit. Wir kannten sie schon davor und es war einfach nett, sie um uns zu haben.

Haben Chastity Belt immer noch denselben Punk- und DIY-Geist, der euch am Beginn eurer Karriere umwoben hat?
Shapiro:
Ja, die Attitüde passt schon noch. Wir haben oft Hilfe gesucht und uns helfen lassen, meist mochten wir aber das Ergebnis nicht, wodurch wir dann doch lieber wieder selbst an den Dingen gearbeitet haben. (lacht) Wir haben sehr viel gelernt.
Annie Truscott: Wir sind jetzt keine großen Kontrollfreaks, wissen aber schon genau, was wir wollen. Die Idee ist meist sehr klar und wenn wir etwas nicht selbst schaffen, müssen wir auch andere einbeziehen. Wir vertrauen uns selbst gegenseitig extrem gut und das erleichtert einiges. Außerdem haben wir alle sehr gute Fähigkeiten, die hilfreich sind.
Lund: Mittlerweile sagen wir auch klar, wenn wir aus bestimmten Gründen kein Konzert spielen wollen. Es gibt Gründe und die sind zu akzeptieren.
Shapiro: Oder die Musikvideos. Die ganz alten sind ziemlich brutal, weil wir uns viel zu sehr beeinflussen ließen. Das könnte man alles wesentlich besser machen, aber auch das haben wir gelernt. Heute sehen Musikvideos definitiv immer genau so aus, wie wir es uns ausmalen. (lacht)

Wie teilen sich die Talente zwischen euch auf? Wo liegen die großen Stärken, die man für das Gemeinschaftsprodukt umsetzen kann?
Lund:
Julia ist wirklich gut im Grafikdesign.
Shapiro: Das macht mir wirklich Spaß. Wir haben seit etwa eineinhalb Jahren Manager, auch das ist total neu für uns. Gretchen hat sich immer um das Merchandise gekümmert, Annie hat die Mails übernommen.
Grimm: Ich war immer für die Flugbuchungen zuständig und habe das erst unlängst wieder einmal verkackt, weil wir viel zu viel bezahlt haben. Ich fühle mich schuldig, aber die Verantwortung ist auch sehr groß. (lacht) Ich bin aber immer noch sehr gut im Buchen, muss aber wohl mehr Kontrolle abgeben.

Gibt es auf dem neuen Album eigentlich eine zusammenhängende Geschichte, die ihr erzählt? Ein roter Faden, der sich durchzieht?
Shapiro:
Es gibt sicher Mittel und Wege, wie Leute einen Zusammenhang erkennen können, aber meiner Meinung nach handelt es sich einfach um Songs, die wir über die Jahre so geschrieben haben.
Lund: Viele Songs sind aus persönlichen Gesichtspunkten geschrieben. Manche haben Texte, die von mehreren Personen geschrieben wurden, was ich ziemlich cool finde. Jeder Song hat seine eigene Geschichte, aber die Gesamtstory ist jene, dass wir alle sehr introspektive Personen sind und die Texte daher sehr persönlich ausgefallen sind. Manche sind etwas traurig, aber das gehört dazu.
Shapiro: Traurige Musik macht mich glücklich. (lacht)
Grimm: Wie jeder Mensch sind wir auch nicht immer traurig, aber wenn es mal so ist, dann sollte man dem auch Ausdruck verleihen. Das haben wir auf diesem Album gemacht.
Shapiro: Ich hatte nicht das Gefühl, meine tollen Emotionen auszudrücken. Die habe ich ja im Griff, die muss ich nicht therapeutisch in Songs verarbeiten.
Lund: Wir haben intern viel darüber gescherzt, weil manche Leute fragten, ob wir immer so deprimiert wären. Uns geht es aber sehr gut, wir haben nur die Songs düsterer gehalten.
Shapiro: Wir alle können uns auf emotionalere, traurige Musik einigen und vermischen diese mit durchaus lebensbejahenden, oft sogar richtig glücklichen Texten.

Dass aber mehrere Teammitglieder Lyrics zu ein- und demselben Song beisteuern ist interessant und ziemlich selten...
Shapiro:
Der Song „Elena“ etwa ist von der italienischen Autorin Elena Ferrante inspiriert und wir allen haben dasselbe Buch von ihr gelesen. So war es auch leicht, dass jeder dazu beitragen konnte. Lydia und ich haben verschiedene Interpretationen von Dingen im Leben, haben hier aber einen gemeinsamen Weg gefunden.
Grimm: Für die erste Hälfte des Songs hatte ich die Texte und habe mir überlegt, dass doch jemand anderes die zweite Hälfte machen könnte. Lydia und ich haben uns dann die zweite Hälfte mit Julia geteilt. Es war jedenfalls sehr witzig und interessant, weil man sich quasi gegenseitig dieselbe Geschichte vorsingt. Man spürt dann schneller, wo die andere die Ideen her hat und daraus ergibt sich ein kongruentes Ergebnis.
Lund: Ich wusste zum Beispiel nicht genau, was sich Gretchen bei ihrem Part dachte, wusste aber sehr wohl, wie ich mich dabei fühle und worauf ich aufbauen könnte.

Wie persönlich seid ihr eigentlich am Ende in euren Texten? Gibt es natürliche Grenzen, die ihr nicht überschreiten wollt?
Shapiro:
Wir sind nie wirklich spezifisch. Das ist vielleicht nicht immer gut, aber allzu tiefgehend interessiert das ja auch keinen. Jeder soll für sich selbst etwas herausziehen können und das geht leichter, wenn man nicht zu explizit vorgeht.
Lund: Ich denke oft, dass ich sehr direkt schreibe, aber andere sehen das nicht immer so. (lacht) Ich bin schon ziemlich ehrlich, aber ich öffne mich nicht komplett.
Grimm: Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich jemand angegriffen fühlt und meint, wir wären zu gemein. Ich sehe das oft gar nicht, denn die Texte sind für mich sehr allgemein und vage gehalten, aber da gehen die Empfindungen auseinander. Poesie muss aber auch immer persönlich sein, sonst funktioniert das nicht.
Shapiro: Manchmal denke ich beim Texteschreiben gar nicht daran, welche Bedeutung dahintersteckt. Wenn es sich gut anfühlt, dann mache ich es einfach. Wenn ich eine andere Interpretation höre, bin ich oft selbst überrascht. Unterbewusst denke ich mir vielleicht etwas Tieferes, was ich anfangs gar nicht sehe oder spüre. Es gibt nie einen Song, der sich um ein bestimmtes Thema dreht. Es sind einfach Gedanken, die ich rauslassen und Leute fühlen sich manchmal davon angegriffen. Oft kann ich das sogar verstehen und irgendwie sind solche Songs wie eine große Therapiestunde. (lacht)

Gab es von außen Missverständnisse, die euch nachhaltig verärgert haben?
Shapiro:
Das sicher, aber ich ärgere mich nicht darüber. Es ist eines jeden Recht, verschiedene Ansichten zu Themen zu haben, mich verwundert das nicht weiter. Da ich nichts Direktes sage, darf ich mich auch nicht aufregen, wenn es nicht eindeutig angenommen wird. Ärgern tut mich eher, wenn die Leute die Fakten nicht auf die Reihe kriegen. Bei Texten ist das total egal. Unlängst gab es ein Review, wo jemand dachte, ich singe einen Song, den eigentlich Gretchen sang. Das sind Dinge, die mich nerven.
Grimm: Oder jemand hat mal unsere Inspirationsquellen aufgelistet, die aber überhaupt nicht gestimmt haben. Da wurden Bands gelistet, die mit uns nichts zu tun haben. Vielleicht ärgert es mich nicht, aber es verwundert mich doch, weil es schlampig ist.

Ist es euch auch wichtig, gewisse politische oder umwelttechnische Themen herauszustreichen, weil sie aktuell und wichtig sind?
Shapiro:
Indirekt gibt es sicher politische Referenzen, aber ich fühle mich nicht wohl, wenn ich über Unpersönliches schreibe. Ich bin keine, die jetzt über Themen schreibt, die sie selbst nicht erlebt hat.
Lund: Wir versuchen diese Offensichtlichkeiten zu vermeiden, aber natürlich sind wir indirekt politisch beeinflusst. Das bist du als Erdenbürger automatisch.
Shapiro: Ich kann aus meiner Perspektive als weiße, amerikanische Frau schreiben. Alles andere wäre nicht richtig. Manche machen das, aber ich finde das nicht so wirklich okay.

Viele Medien und Kritiken versuchen euch als Band stark am Feminismus festzumachen. Ist das manchmal etwas ärgerlich, weil es über den Kern der Sache hinausgeht?
Shapiro:
Wir sind Frauen und Feminismus ist uns wichtig, aber das ist nicht der einzige Grund, warum wir Kunst machen und wir wollen auch nicht immer darüber reden. In unseren Leben gibt es viele andere Aspekte. Ich schreibe teilweise schon bewusst andere Texte, weil mich die Fragen nach dem Feminismus und unserem Stand im Business schon dermaßen langweilen. (lacht) Mein politischer Move ist wohl, dass ich den Feminismus aus den Texten ausklammere und mich davon entferne.

Feminismus muss man ja nicht herausschreien. Dennoch wirkt die gesamte Gesellschaft diesem Thema gegenüber viel aufgeschlossener als früher, was man durchaus als Erfolg aus der feministischen Perspektive werten kann.
Shapiro:
Die Dinge werden besser, das ist korrekt. Vor allem kann man mittlerweile Musik machen, ohne sich dazu jedes Mal erklären zu müssen. Da sind wir schon auf dem richtigen Weg.

Bringen euch solche Artikel möglicherweise in eine gewisse Vorbildfunktion für andere junge Frauen, die ihr so gar nicht einnehmen wollt?
Shapiro:
Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Es ist cool, wenn andere Frauen uns toll finden, aber es ist kein Anspruch für uns und wir streben nicht danach. Das Thema ist auch wichtig, aber ich will nicht ganze Interviews dazu durchreden, das kam früher wirklich oft vor. Manchmal denke ich mir schon „machen wir endlich weiter“. Aber gut, den Preis müssen wir bezahlen.

Was sind denn eigentlich eure großen Vorbilder, wenn es um Musik geht?
Grimm:
Wir idolisieren keine Musikerinnen. In der High School war Elliott Smith mein großer Favorit, der größte Songwriter aller Zeiten. Wir gehören nicht zu jenen, die Trauerpostings verfassen wenn ein großer Musiker gestorben ist. Es geht eher um Musiker, die wir getroffen und mögen gelernt haben wie etwa Courtney Barnett.
Lund: Kate Bush ist ein großes Vorbild was das Business angeht. Sie hätte Multimillionärin werden können, wollte aber nicht dauernd auf Tour gehen und hat sich dagegen entschieden. Sie hat ihren Sohn aufgezogen und sich viel Zeit gelassen, bis sie mit der Musik weitergemacht hat. Das finde ich großartig.
Shapiro: Fiona Apple würde ich noch nennen. Sie ist ziemlich exzentrisch und ich weiß, dass sie sich kaum andere neue Musik anhört. (lacht) Ich mag Menschen, die ein bisschen abgedreht sind, weil sie einfach echt sind. Musiker und Musikerinnen zu treffen ist immer schön, weil die Leute so nett und ehrlich sind. Kurt Vile, mit dem wir getourt sind, ist ein gutes Beispiel. Er ist total bodenständig und komplett abgedreht, aber seine Musik macht absolut Sinn für mich. (lacht)
Lund: Lucinda Williams hat uns auch viel erzählt. Sie ist durch alle Hochs und Tiefs gegangen und hat uns immer gesagt, wir müssen uns keine Sorgen machen, weil das Leben geht in schlechten Zeiten auch wieder mal nach oben.

Nimmt man aus diesen Begegnungen auch nachhaltig was für die eigene Karriere mit?
Shapiro:
Definitiv. Lucinda ist um einiges älter und zu sehen, wie es ihr heute geht, nach all dem, was sie mitgemacht hat, ist motivierend. Ich hatte immer Angst älter zu werden, aber Lucinda ist ein perfektes Beispiel dafür, dass man diese Angst einfach nicht haben muss.

Robert Fröwein
Robert Fröwein
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