09.10.2019 15:11 |

Rallye

Lädierter Walkner trotzte den Schmerzen

Was für eine Wahnsinnsleistung von Rallye-Ass Matthias Walkner. Trotz heftiger Schmerzen in seinem, nach einem Sturz stark angeschwollenen Bein, kämpfte sich der 33-Jährige bei der Marokko Rallye ins Ziel und konnte sogar nochmals Zeit auf Gesamtsieger Andrew Short (US/Husqvarna) aufholen.

„Eigentlich hatte ich befürchtet, dass ich gar nicht starten kann, da mein Bein nach dem gestrigen Sturz nicht abgeschwollen und ordentlich dick ist. Zudem konnte ich es auch nicht wirklich abbiegen“, verrät Matthias Walkner.

Doch Walkner wäre nicht Walkner, wenn er es nicht trotzdem versucht hätte. „Ich habe mir dann in der Früh zwei, drei Schmerztabletten eingeworfen und gedacht, dass ich mal die Verbindungsetappe über 220 Kilometer fahre.“

Nachdem sein Bein diese, 220 Kilometer lange Belastungsprobe einigermaßen gut überstanden hatte, entschied der in der Gesamtwertung vor dem Schlusstag auf Platz sieben liegende Salzburger, auch die letzte Sonderprüfung in Angriff zu nehmen. „Ich habe mittelschnell angefangen und einige Kurven versäumt, da ich einfach nicht zur Hinterradbremse hingekommen bin. Es einfach weh getan. Als bei Kilometer 50 dann Toby Price dahergekommen ist, hat mich schon ein bisschen der Ehrgeiz gepackt und ich bin mit ihm mitgefahren. Rund um Kilometer 90 herum habe ich dann etwas den Anschluss verloren, da es doch ordentlich gestaubt hat. Die nächsten 70, 80 Kilometer waren dann auf ziemlich unruhigen, rollenden Steinen zu absolvieren. Da musst du fsdfgas viel Druck auf die Fußraster bringen um einigermaßen einen Grip zusammen zu bekommen. In den Linkskurven habe ich dann aber recht schnell gemerkt, dass ich nicht sonderlich viel Grip aufbauen kann aufgrund der Schmerzen. Die meiste Zeit habe ich das Bein gar nicht am Fußraster gehabt, da ich ihn gar nicht so weit abbiegen konnte. Zum Schluss wurde die Piste dann wieder schneller und ich konnte sogar nochmals etwas an Zeit auf Toby aufholen und bin schlussendlich Tages-Vierter geworden, 3:30 Minuten hinter Price“, analysierte der KTM-Werkspilot.

Damit erreichte Walkner Tagesrang vier und verteidigte in der Gesamtwertung Platz sieben, 7:38 Minuten hinter Sieger Short, der am Mittwoch 1:43 Minuten hinter Walkner auf Rang fünf landete. „Ich kann recht gut mit diesem Ergebnis leben und weiß woran ich arbeiten muss. Der Sieg beim Prolog hat super gepasst. Danach war es, auch durch die Probleme mit dem Roadbook, ein bisschen ein Auf und Ab. Im Großen und Ganzen sind wir aber recht gut bei der Musik dabei“, sagte der Kuchler. „Jetzt geht es darum, dass ich das Navigieren wieder einigermaßen gewohnt werde. Ansonsten: Körperlich fühle ich mich super gut, hoffe, dass der Fuß jetzt auch rasch wieder besser wird. Jetzt werde ich mal eine Woche Pause machen und dann wieder ins Training einsteigen. Ich weiß glaub ziemlich genau, woran ich arbeiten muss.“ Arbeiten, um dann im Jänner bei der Rallye Dakar in Saudi-Arabien um seinen zweiten Sieg nach 2018 mitfighten zu können.

Peter Weihs
Peter Weihs
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