Syrer rammte Autos

Einsatzkommando stürmt Wohnung des Lkw-Angreifers

Ausland
08.10.2019 13:35

Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag mit einem Lastwagen im deutschen Limburg (siehe Video oben) hat ein Spezialeinsatzkommando ein Mehrfamilienhaus gestürmt und dabei die Wohnung des Fahrers durchsucht. „Die Durchsuchung steht mit dem Lkw-Zwischenfall im Zusammenhang“, bestätigte ein Polizeisprecher den Einsatz. Weitere Einzelheiten gab die Polizei nicht bekannt. Bei dem Vorfall am Montagabend hatte ein Syrer mit einem gestohlenen Lkw mehrere Autos gerammt.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, waren bei der Durchsuchung der Wohnung rund 60 Beamte im Einsatz. Demnach fand der Einsatz am Dienstag um 1 Uhr statt. Die Wohnungstür im ersten Stock sei mit Plastiksprengstoff geöffnet worden. Auch ein Spürhund habe das Haus abgesucht. Beschlagnahmt worden seien Mobiltelefone und USB-Sticks, die Wohnungstür wurde polizeilich versiegelt.

(Bild: AFP)
(Bild: AP)
(Bild: AP)
(Bild: AFP)

Syrer seit 2015 in Deutschland
Bei dem festgenommenen Lkw-Angreifer handelt sich um einen 32-jährigen Syrer aus dem hessischen Landkreis Offenbach, der sich seit 2015 in Deutschland aufhält und 2016 einen subsidiären, also eingeschränkten Schutzstatus erhalten hat. Er war Montagmittag in der Limburger Innenstadt mit einem gestohlenen Lkw auf acht Autos zugerast. Dabei wurden laut Polizei neun Menschen leicht verletzt, unter ihnen auch der Fahrer des Lastwagens. Der Syrer soll bei der Festnahme „Allah“ gerufen und sich heftig gewehrt haben.

(Bild: AFP)
(Bild: AFP)
(Bild: AFP)

Asylantrag im Oktober abgelehnt
Laut „Spiegel“ wurde der Asylantrag des verdächtigen Syrers im Oktober 2019 abgelehnt. Seither habe er keinen gültigen Aufenthaltstitel mehr. Wie das Magazin berichtete, sei der Tatverdächtige der Polizei bereits wegen Körperverletzung, Drogendelikten sowie Ladendiebstahls bekannt gewesen.

Kein Kontakt zu Extremisten, Motiv unklar
Der Festgenommene, der bisher keine Aussage gemacht hat, hatte nach Erkenntnissen der Behörden keine Kontakte zu militanten Salafisten oder anderen Extremisten. Für ein terroristisches Motiv gebe es bisher keine Hinweise, es könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, hieß es. Die Hintergründe des Vorfalls seien nach wie vor unklar, es werde wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt.

Zuvor hatten mehrere deutsche Medien berichtet, die Tat werde seitens der Sicherheitsbehörden als Terroranschlag eingestuft. Offiziell bestätigt wurde dies nicht.

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