01.10.2019 14:44 |

Sternstunde in Doha

So feierte Weißhaidinger historische WM-Medaille

Mit ein paar Gläsern Bier feierte Österreichs Diskus-Held Lukas Weißhaidinger seine historische WM-Medaille in der Champions Bar im zweiten Stock des Athleten-Hotels Marriott in Doha. Im Kreis seines Betreuerteams und ein paar Freunden genoss er die Stunde seines bislang größten Triumphes.

„Ich bin jetzt der erfolgreichste österreichische Leichtathlet der Geschichte!“ Bronze war schließlich nicht nur die erste rot-weiß-rote Männer-Medaille in der WM-Geschichte - auch bei Olympia seit 1896 hat bisher kein männlicher Leichtathlet Österreichs Edelmetall geholt.

Wilde Feier?
Nach dieser Sternstunde gab es allerdings keine lange, wilde Feier. Erst gegen halb zwei Uhr nachts war Luki aus dem Stadion nach der offiziellen Pressekonferenz und der Dopingkontrolle zurückgekehrt. Und bereits um 2 Uhr war in der Champions-Bar Sperrstunde, zu essen bekam unser Diskus-Hüne nichts mehr. Die Küche hatte geschlossen. Egal, das ganze Team stieß jubelnd auf die erträumte Medaille an. Mit 66,82 m war er sogar ganz nah an Gold und Silber. Den Titel holte der schwedische Superstar Daniel Stahl (67,59 m) vor dem Jamaikaner Fedrick Dacres (66,94 m).

Feier im Glück
Luki schwelgte bei der netten Feier im Glück. Der größte Tag seiner Karriere. Zumindest bisher. Der 27-Jährige, im Vorjahr schon EM-Dritter, hat noch mehr große Ziele. Logisch. Olympia natürlich. Jetzt gilt es, zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020 konsequent weiter zu arbeiten. Nach Medaillen bei EM und WM wäre mit Edelmetall bei Olympia die Medaillen-Sammlung komplett. Selbst Stahl und Dacres, die weltweiten Dominatoren im Diskuswurf, bekannten: „Lukas kommt uns immer näher. Wir freuen uns für ihn. Aber wenn er so weitermacht, wird er für uns gefährlich.“ Auch in Tokio. Vielleicht Lukis nächste Sternstunde? Denn bei Olympia hat Österreichs Leichtathletik bisher nur bei den Frauen Medaillen gewonnen, sieben an der Zahl. Nur einmal gab es Gold. Durch Speerwerferin Herma Bauma in London 1948.

Weißhaidinger: „Das erste Ziel ist natürlich Richtung Tokio verletzungsfrei zu bleiben. Zudem will ich wieder einen Schritt weiter nach vorne machen. Stillstand darf es nicht geben.“ In Rio 2016 war er schon Olympia-Sechster. „Von einer Medaille will ich jetzt aber wirklich noch nicht reden. Aber in der Position des Jägers fühle ich mich sehr wohl. Und irgendwann will ich Stahl und Dacres natürlich auch biegen.“

Auszeit
Aber nach der WM gönnt sich Luki jetzt einmal eine kleine Auszeit. „Jetzt will ich erst einmal keinen Diskus in die Hand nehmen. Ich bin richtig leer. Die Medaille hat viel Kraft gekostet, ich habe enormen Druck gespürt, den habe ich mir natürlich auch selbst gemacht. Ich habe aber jetzt wohl mit der Medaille drei, vier Tage mehr Pause verdient als geplant.“ Trainer Gregor Högler denkt, dass circa drei Wochen Pause geplant sind. Für Luki auch Zeit für einen Kurzurlaub, wo er seinem Hobby, Fischen, nachgehen will. Und die eine oder andere Feier daheim in Oberösterreich genießen. Überwältigt zeigte sich Weißhaidinger von den Reaktionen aus der Heimat. Die Gratulationen auf den Social Media sei einfach gewaltig gewesen. Selbst Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratulierte …

„Es ist alles noch surreal“, gestand Luki. Ein großes Dankeschön richtete der Österreicher vor allem an den heimischen Leichtathletik-Verband. „Der ÖLV hat ein perfektes Umfeld geschaffen. Und es ist gut, dass man auf ein paar Athleten, ein paar Disziplinen gesetzt hat.“ Das macht sich jetzt bezahlt. Wie bei den Prämien. Dank eines Sponsors (Helvetia) zahlt der ÖLV 25.000 Euro für Bronze. Mehr sogar als der Weltverband (20.000 Dollar). "Was ich mit dem Geld mache, weiß ich im Moment wirklich noch nicht.

Olaf Brockmann

krone Sport
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