20.09.2019 06:00 |

Wiener „Drogenfamilie“

Mutter und Tochter posierten für Clips und Fotos

Lukrative Drogengeschäfte als Familienbetrieb? Damit soll sich eine Wiener Familie mit Salzburger Wurzeln - wie berichtet - eine goldene Nase verdient haben. Blöd nur: Sonderlich geschickt ging sie dabei nicht vor. Videos vom Verpacken schickten sich Mama und Tochter per WhatsApp. Ein Händler ließ sie auffliegen.

Dass der Handel mit Drogen für die beschuldigte Familie völlig normal war, ist anhand von ausgewerteten Mobiltelefonen ersichtlich. Ungeniert schickte die verdächtige Tochter (23) etwa ein Video an ihre Mutter. Zu sehen: die Mama beim Abpacken und Einschweißen von Marihuanablöcken. Gefilmt hat die junge Dame selbst – danach posierte sie noch als Draufgabe für ein Erinnerungsfoto samt Suchtgift im Hintergrund.

300.000 Euro lukriert
Ihre überraschend naive Vorgehensweise brachte die „Drogenfamilie“ letztlich ins Gefängnis. Denn jeder der rund fünf Großhändler in Salzburg und Oberösterreich kannte ihre Namen. Einer davon ließ den seit 2017 florierenden Handel mit kiloweise Koks, „Gras“ und Ecstasy auffliegen. Bis dahin lukrierten Mama, Papa und Tochter mehr als 300.000 Euro mit dem Familienbetrieb. Ein afghanischer Asylwerber brachte die Drogen nach Wien – auch er sitzt in Tschechien in Haft.

Die Tochter, eine Bankangestellte, wurde von Beamten vor rund einer Woche von ihrem Arbeitsplatz „abgeholt“. Auch für die Mutter klickten öffentlichkeitswirksam vor Dienstschluss die Handschellen. Als letzter des Trios wurde dem Papa ein Amtsbesuch zum Verhängnis: Beim Einkassieren seiner Mindestsicherung wartete schon die Polizei. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Stefan Steinkogler und Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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