18.09.2019 06:30 |

Sperre war absehbar

Polizeischule:„Bruchbude seit Jahrzehnten“

30 Jahre lang war die Polizeischule in Großgmain ein Provisorium – und seit langem in einem jämmerlichen Zustand. Im Jänner wurde der Vertrag dort verlängert. Doch der jetzige Innenminister machte nach einer Visite vor Ort dem Spuk ein Ende. Polizei-Gewerkschafter Walter Deisenberger hatte seit langem gewarnt: Jahrzehntelang wurde in einer Bruchbude unterrichtet.

Die desolate Polizeischule sei ein „markantes Ergebnis türkis-blauer Politik, die Sicherheit nur vorgaukle“, so Salzburgs SPÖ-Chef Walter Steidl: „Dass sich jetzt herausstellt, dass selbst die Polizeischule in einem unsicheren Gebäude untergebracht war, spricht Bände.“
„Der katastrophale Zustand des Hauses war allen seit langem bekannt, dem Salzburger Polizei-Chef ebenso wie dem Ministerium“, sagt Walter Deisenberger, Salzburgs FSG-Polizeigewerkschafts-Chef: „Man hat, wie auch bei der eklatanten Personalnot, die Augen einfach zugemacht. “
Davor hatte die Gewerkschaft zuletzt im Dezember 2018 in ihren „Polizei-News“ ausdrücklich gewarnt: „Jahrzehntelang wird hier schon in einer zu kleinen ,Bruchbude’ unterrichtet, es ist ein beschämender Zustand!“
Die Sperre der Großgmainer Polizeischule mit zuletzt 55 Schülern ist auf eine Visite von Innenminister Wolfgang Peschorn am 5. September in Salzburg zurückzuführen. Er beauftragte Gutachter, die rasch feststellten: Das Gebäude ist in einem erbärmlichen Zustand. Die Balkone sind nicht stabil, es gibt Schimmel im Haus, die Elektrik ist veraltet - kurzum: Das Haus ist für eine Polizeischule einfach ungeeignet.

Die Kritik ist für die FPÖ nicht nachvollziehbar
Ganz anders sieht das FPÖ-Chefin Marlene Svazek, die auch Vize-Bürgermeisterin in Großgmain ist: „Die Gemeinde hat bereits beschlossen, das Haus zu sanieren. Dass sie die Nachricht von der Sperre aus den Medien bekommt, treibt das politische Geplänkel um die Schule auf die Spitze.“
Tatsache ist: Schon bisher mussten sechs von derzeit insgesamt acht Klassen in anderen Bundesländern unterrichtet werden, weil in Salzburg dazu einfach die Räumlichkeiten fehlten.
„Das Innenministerium ist seit 19 Jahren in Händen von ÖVP und FPÖ. Jenen Parteien, die bei jeder Gelegenheit das Wort Sicherheit in den Mund nehmen und mit Angstmache um Stimmen werben“, sagt SPÖ-Nationalratsabgeordneter Walter Bacher: „Sie sind schuld an diesem Skandal.“
Dazu kommt: Die leerstehende Schule in Wals-Viehhausen hätte sich längst als Alternative angeboten, es scheiterte an 40.000 € für den Parkplatzbau. Zum Vergleich: Ein Kickl-Polizei-Pferd kostet 13.500 €.

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber
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