Parlamentsinitiative

Sobotka präsentiert Workshop gegen Antisemitismus

Österreich
11.09.2019 17:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Mittwoch präsentierte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka gemeinsam mit dem Bildungsexperten Daniel Landau die neue Initiative „Demokratie in Bewegung - Bildung gegen Vorurteile“ im Parlament. In Form eines Workshops sollen Schüler der neunten Schulstufe künftig für die Themen Antisemitismus und Rassismus sensibilisiert werden.

„Wir haben die historische Verantwortung, entschieden gegen jede Form von Antisemitismus oder Rassismus aufzutreten“, sagte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka bei der Präsentation der neuen Initiative. Bildung und Fortbildung seien hierbei wesentliche Schlüsselfaktoren. „Durch die heute vorgestellte Initiative leistet das Parlament einen weiteren wichtigen Beitrag für die Demokratie in unserem Land“, betont Sobotka.

Schüler sollen selbst reflektieren
Der Workshop richtet sich an Schüler der 9. Schulstufe sowie an Lehrlinge und findet an Österreichs Schulen statt. Das pädagogische Konzept sieht vor, dass die Schüler ihre eigenen Annahmen hinterfragen. Sie sollen nicht mit „moralischen Lektionen“ belehrt werden, sondern das Thema selbstständig erkunden und reflektieren.

„Im Workshop bemühen wir uns, die Themen Hass und Ablehnung, den Antisemitismus, mit der Beschaffenheit von jenen modernen, westlichen Gesellschaften zu verknüpfen, in denen sich der Holocaust erst in seinem Ausmaß entfalten konnte“, erklärte Daniel Landau, der das didaktische Konzept zu „Bildung gegen Vorurteile“ entwickelte.

Start Ende September
Ende September finden die ersten Workshops des neuen Moduls an den Schulen statt. Das Angebot wird in Kooperation mit dem Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum umgesetzt. 

Der Bedarf für die Entwicklung dieses Workshops ergab sich aus der Antisemitismusstudie 2018. Sie zeigte auf, dass zehn Prozent der Befragten manifest antisemitische Ansichten teilen. Bei 30 Prozent konnte latenter Antisemitismus festgestellt werden. Um dem entgegenzuwirken, etablierte das Parlament eine informelle Plattform für Organisationen, die im Bereich Antisemitismus und Rassismus Aufklärungsarbeit leisten.

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