29.08.2019 06:00 |

Jubel in New York

Greta: „Trump sollte auf die Wissenschaft hören“

Zwei Wochen lang war sie emissionsfrei über den Atlantik gesegelt, am Mittwochabend MESZ kam sie etwas erschöpft in New York an. Mit ihrem berühmten „Schulstreik fürs Klima“-Schild ging sie in einem Jachthafen in Manhattan von Bord und stellte sich trotz aller Strapazen zahlreichen Fans und Journalisten, die so einige Fragen an sie hatten (siehe Video oben). Ein Thema dabei: der US-Präsident. „Alle fragen mich nach Donald Trump ...“, so die 16-Jährige, die ein Treffen weiterhin für Zeitverschwendung hält. Sie würde ihm raten, „auf die Wissenschaft zu hören - aber das tut er offensichtlich nicht“.

„Greta, wir sind sehr stolz auf dich“, sagte Segelprofi Boris Herrmann nach der Ankunft in New York. Er hatte die 16-Jährige und ihren Vater sowie einen Filmemacher gemeinsam mit seinem Co-Skipper Pierre Casiraghi auf der Malizia II über den Großen Teich gebracht. „Viele hätten das nicht geschafft“, streute er der jungen Schwedin Rosen und wünschte ihr „nur das Beste“ für ihre Vorhaben in den USA und in Südamerika.

Video: Die Ankunft Greta Thunbergs in New York

„Ich war nicht einmal seekrank auf der Reise“
Thunberg, der es, wie sie schilderte, auf der Fahrt überraschend gut gegangen sei - „ich war nicht einmal seekrank“ -, will am UN-Klimagipfel in New York im September sowie an der Weltklimakonferenz in Chile im Dezember teilnehmen. Dafür hat sie sich eine einjährige Auszeit von der Schule genommen.

„Lasst uns nicht länger warten, beginnen wir jetzt!“
„Der Boden schwankt immer noch“, gestand die 16-jährige Klimaaktivistin bei ihrer kurzen Rede, in der sie allen dankte - denen, „die hier sind, die in den Kampf über die Kontinente hinweg involviert sind“, dem Team, das die Reise möglich gemacht habe - und jedem Aktivisten, der „täglich kämpft, um die Welt zu retten“. Unter dem Jubel der Zuhörer sagte sie: „Wenn wir nicht gegen alle Unterschiede zusammenarbeiten und uns nicht unterstützen, könnte es zu spät sein, dann werden wir verlieren. Also lasst uns nicht länger warten, beginnen wir jetzt!“ Unterbrochen wurde Greta nur von „Wir lieben dich!“-Rufen aus den Zuschauerreihen.

Am Freitag beim Schulstreik vor der UNO
Gefragt, was ihre nächsten Pläne seien, sagte die 16-Jährige, die das Aspergersyndrom hat, trocken, sie werde zunächst die Pressekonferenz beenden, dann ihre Sachen von der Jacht holen und sich anschließend ausruhen gehen. Am Freitag werde sie dann vor dem Gebäude der Vereinten Nationen am Schulstreik teilnehmen: „Ich werde mit ihnen streiken, wie sie es seit einem halben Jahr machen.“

„Klares Zeichen, dass wir unseren Krieg beenden müssen“
US-Präsident Donald Trump werde sie nicht treffen. Darin sehe sie weiterhin keinen Sinn - schließlich habe er bis jetzt auf niemanden gehört, wieso solle „ausgerechnet“ sie ihn dann überzeugen können? Was sie Trump rate, sei, auf die Wissenschaft zu hören - „aber das tut er offensichtlich nicht“. Und auch die „schockierenden“ Brände im Amazonas in Südamerika seien „ein klares Zeichen, dass wir unseren Krieg gegen die Natur beenden müssen“, so Thunberg.

„Es werden wohl viele Stunden in Zügen und in Bussen werden“
Wie sie nach Chile kommen werde - denn fliegen wolle sie weiterhin nicht -, wisse Thunberg, die von der BBC als „Superheldin“ bezeichnet wurde, noch nicht. „Es werden wohl viele Stunden in Zügen und in Bussen werden. Vielleicht wird ein Teil auch am Segelboot zurückgelegt“, sie könne es aber noch nicht sagen. Was sie aber sagen könne, sei, dass sie beim UN-Gipfel und in Chile alles tun werde, „damit man uns nicht ignorieren kann“.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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