26.08.2019 06:04 |

Pfotenhilfe auf Rädern

„Bello“ darf bleiben!

Tiertafeln helfen in Not geratenen Menschen, damit sie ihre Vierbeiner, die gerade in schwierigen Situationen mitunter die einzigen „Ansprechpartner“ sind, nicht weggeben müssen. 

Gesundheitliche Probleme, Verlust des Arbeitsplatzes, geringe Pension oder andere Krisen. Plötzlich fehlt das Geld, um das treue Haustier zu versorgen. Die Vierbeiner sind aber in schwierigen Situationen oft eine unerlässliche seelische Stütze für das Frauerl oder Herrl, vor allem wenn sie alleinstehend sind.  Einige Schicksale mit Happy End: Ein junger Mann ist nach einer Fußamputation auf den Rollstuhl angewiesen. Er lebt allein mit seinem geliebten Hund und macht im Rahmen seiner Möglichkeiten alles für ihn: „Er ist mein einziger Halt und Grund, dass ich noch da bin“, war sein Hilferuf an Frau Sonja Moldaschl (57), bei der Caritas Socialis tätig und Gründerin des Vereins „Pfotenmarkt auf Rädern - Tiertafel für Haustiere“, der in Wien und Umgebung betreut.

Eine gebrechliche Dame weinend am Telefon: „Meine Tochter will meine Katze weggeben, bitte reden sie mit ihr, ich bin verzweifelt.“ Psychische Probleme und das Ehe-Aus waren für Maria der Grund, sich an die Tiertafel zu wenden. Aus Geldmangel musste sie in eine kleine Wohnung übersiedeln. Nicht ohne ihre Katze: „Sie ist mein Lebensinhalt.“ „Menschen, die eine Mindestpension beziehen oder unverschuldet in Not geraten, mit Futter, Katzenstreu und fallweise Zubehör zu unterstützen, damit sie ihre Lieblinge behalten und artgerecht versorgen können, ist unser Ziel. Die Vierbeiner sind oft der einzige soziale Kontakt“, betont Frau Moldaschl. „Futter und Sachspenden werden von tierliebenden Menschen, befreundeten Vereinen und Unternehmen mit Herz für die treuen Begleiter zur Verfügung gestellt. Auch die Tierecke der ,Kronen Zeitung‘ unterstützt uns mit Hunde- und Katzenfutter oder inseriert Vierbeiner, wenn Herrl oder Frauerl nicht mehr in der Lage sind, sich um das Tier zu kümmern.“

Mitarbeiter vom „Pfotenmarkt“ helfen ehrenamtlich mit. Diese Leistungen sind für Tierbesitzer nicht selbstverständlich. Manche kochen aus Dank für die Helfer Marmelade ein oder sammeln für sie Kugelschreiber. Eine ältere Dame strickt Motive aus dem Tier- und Pflanzenreich, die sie dem Verein für den Flohmarkt zur Verfügung stellt. Der Erlös fließt dem Erwerb von Futter zu.  Die Zahl jener, die wenig verdienen und um Unterstützung bitten, nimmt zu. „Oft geht es sich knapp aus, doch schon eine Tierarztrechnung kann die finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Wir haben auch Kooperationen mit Veterinärmedizinern, die uns entgegenkommen“, so Sonja Moldaschl.

  • Wie bekommt man Unterstützung? Sie melden beim Verein, wie viele Tiere sie haben. Diese werden besichtigt und fotografiert sowie ihre Einkommensverhältnisse geprüft, damit die Sachspenden nur jenen zugute kommen, die sie tatsächlich brauchen.
  • Sie möchten mitarbeiten? Wer ehrenamtlich helfen will, Sachspenden auszuliefern oder das Lager zu betreuen, möge sich melden.
  • Abgeben, was Sie nicht mehr brauchen! Haben Sie Futter, Einstreu, eine Leine, Hundedecke u. Ä., das noch in Ordnung ist, übrig? Wir holen diese Gegenstände ab und bringen sie bedürftigen Tierbesitzern oder ins Tierheim.

Pfotenmarkt auf Rädern - Tiertafel für Haustiere
Der Verein ist zum Kennenlernen auf Haustiermessen, beim Hundetag usw. vertreten. Um dieses Projekt aufrecht erhalten zu können, werden Futter- und Sachspenden sowie finanzielle Mittel benötigt.

Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien
IBAN: AT17 3200 0000 1266 2060.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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