18.08.2019 18:57 |

Iranischer Tanker frei

Gibraltar erteilt US-Ansuchen eine Abfuhr

Trotz einer juristischen Intervention der US-Regierung darf der wochenlang vor Gibraltar beschlagnahmt gewesene iranische Tanker Grace 1 nun das britische Überseegebiet verlassen. Das Ansuchen der USA auf Beschlagnahme des Supertankers mitsamt dem transportierten Erdöl wurde abgelehnt. Das europäische Recht verbiete die Anwendung bestimmter US-Gesetze in der EU, teilten die Behörden am Sonntag mit. Darunter fielen auch die US-Sanktionen gegen den Iran.

Das US-Justizministerium begründete seine Forderung damit, dass der Tanker an „illegalen“ Lieferungen an Syrien beteiligt sei. Nach Angaben der Schiffsagentur laufen bereits die Vorbereitungen für die Weiterfahrt der Grace 1. Sie wird nun unter dem Namen Adrian Darya 1 und unter iranischer Flagge ihre Fahrt fortsetzen. In den vergangenen Tagen waren Crewmitglieder damit beschäftigt, den alten Namen zu übermalen (siehe Bild unten).

Die Behörden Gibraltars hatten den Supertanker am 4. Juli mit Unterstützung britischer Spezialeinheiten aufgebracht. Nach britischen Angaben sollte der Tanker iranisches Erdöl an Syrien liefern, was gegen EU-Sanktionen verstößt.

Am Donnerstag gab das Oberste Gericht Gibraltars die Grace 1 wieder frei - trotz einer Forderung der US-Regierung, das Schiff dauerhaft zu beschlagnahmen. Der Iran hatte dem britischen Überseegebiet an der Südspitze Spaniens zuvor schriftlich versichert, dass die Fracht nicht nach Syrien gebracht werde.

USA drohen Tanker-Besatzung mit Aufenthaltsverboten
Die US-Regierung beharrt jedoch weiterhin auf der Darstellung, dass das Schiff an „illegalen“ iranischen Lieferungen an Syrien beteiligt sei. Die Lieferungen werden nach Angaben des Justizministeriums von den iranischen Revolutionsgarden organisiert, die in den USA als „Terrororganisation“ eingestuft werden. Die US-Regierung droht nun Besatzungsmitgliedern mit Aufenthaltsverboten in den Vereinigten Staaten. Sie will zudem bereits erteilte Visa an Besatzungsmitglieder von Tankern widerrufen, die durch den Transport iranischen Öls die Revolutionsgarden unterstützen.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter