05.07.2019 14:04

Rohöl für Syrien?

Iran tobt über „illegale“ Tanker-Festsetzung

Die britische Marine hat auf Bitten der USA vor der Küste Gibraltars einen Öltanker auf dem Weg nach Syrien gestoppt. Die Grace 1 habe eine Raffinerie in Syrien angesteuert, die von EU-Sanktionen gegen Syrien betroffen sei, teilte die Regierung der britischen Exklave im Süden Spaniens mit und löste damit einen diplomatischen Streit mit Teheran aus. Denn die Fracht in Form von Rohöl stammt aus dem Iran. Die iranische Regierung sprach von einer „illegalen“ Aktion und drohte ihrerseits mit dem Aufbringen eines britischen Öltankers.

Das 330 Meter lange Schiff, das unter der Flagge Panamas unterwegs war, sei am frühen Donnerstagmorgen von der Polizei und den Zollbehörden des britischen Territoriums an der Südspitze der Iberischen Halbinsel angehalten worden, teilte Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo mit. Auch die britische Marine leistete demnach Unterstützung. „Wir haben Grund zu glauben, dass die Grace 1 ihre Rohöllieferung zur Banjas-Raffinerie in Syrien bringen wollte“, erklärte Picardo. Die Betreiberfirma der Raffinerie unterliege den EU-Sanktionen gegen Syrien.

„Exzellente Neuigkeiten“ für das Weiße Haus
Der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Ereignisse vor Gibraltars Küste als „exzellente Neuigkeiten“. John Bolton betonte, dass „Amerika und unsere Alliierten die Regimes in Teheran und Damaskus weiter daran hindern werden, von diesem illegalen Handel zu profitieren“.

Teheran fordert „sofortige Freigabe“ des Tankers
Das Schiff habe sich in internationalen Gewässern aufgehalten, daher habe Großbritannien „kein Recht, seine eigenen einseitigen Sanktionen oder diejenigen der Europäischen Union außerhalb des Territoriums gegen andere Länder zu verhängen“. Die Revolutionsgarden drohten am Freitag mit dem Aufbringen eines britischen Öltankers, sollte der iranische Tanker nicht umgehend freigegeben werden: „Der islamische Iran hat in seiner 40-jährigen Geschichte nie Kampfhandlungen in Streitigkeiten angefangen, aber er hat auch nicht gezögert, auf Schikanen zu reagieren.“ Wenn der iranische Tanker nicht weiterfahren dürfe, sei es Aufgabe der Obrigkeit, einen britischen Öltanker zu beschlagnahmen.

Irans Außenamtssprecher Abbas Mousavi warnte wegen der „destruktiven“ Beschlagnahme der Fracht vor einer Erhöhung der Spannungen im Persischen Golf. Dort waren zuletzt zwei Öltanker angegriffen worden. Die USA brachten sehr rasch angebliche Beweise vor, die eine iranische Urheberschaft belegen sollen. Teheran wies die „haltlosen“ Anschuldigungen zurück und betonte, dass man für die Sicherheit der Straße von Hormus verantwortlich sei.

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