11.07.2019 07:48

Bis zu 4,7 Grad wärmer

Großstädten steht drastische Erhitzung bevor

Die Metropolen der Welt müssen sich einer Schweizer Untersuchung zufolge auf eine drastische Erwärmung des Stadtklimas einstellen. 77 Prozent der 520 größten Städte würden bis zum Jahr 2050 einen deutlichen Wandel der klimatischen Bedingungen erleben, heißt es in einer am Mittwoch von Wissenschaftlern der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich veröffentlichten Studie.

Etwas mehr als ein Fünftel dieser Städte müssen sich demnach sogar auf völlig neue Klimaverhältnisse einstellen. Auf der Nordhalbkugel würden in Großstädten künftig Klimabedingungen herrschen, wie sie heute mehr als tausend Kilometer weiter südlich vorherrschen, heißt es in der im US-Wissenschaftsmagazin „PLOS One“ abgedruckten Untersuchung.

In London wird es bis 2050 heiß wie in Madrid
In europäischen Metropolen werden die Sommer um 3,5 Grad wärmer, die Temperaturen im Winter steigen um 4,7 Grad. London wird demnach Verhältnisse bekommen wie heute Madrid, das Klima in Paris wird den heute im australischen Canberra herrschenden Bedingungen entsprechen, berichten die ETH-Forscher.

Für die Studie hatten die Wissenschaftler eine vergleichsweise optimistische Schätzung des globalen Temperaturanstiegs im Zuge des Klimawandels zugrunde gelegt. Für ihre Modellrechnungen nahmen sie an, dass die Durchschnittstemperaturen um 1,4 Grad ansteigen.

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 schreibt eine Begrenzung des Temperaturanstiegs unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vor. Vor diesem Hintergrund riefen die Forscher zu weiteren Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel auf.

 krone.at
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