30.06.2019 18:00 |

„Das ist fast pervers“

Dieser Extrem-Juni macht sogar Experten sprachlos

Ja, es ist Sommer. Und ja, er hat uns bereits ganz gehörig ins Schwitzen gebracht, Meldungen über neue Rekorde verschafft. Doch nun ist es auch wirklich amtlich: Mit Sonntag haben wir wahrlich einen absoluten Rekordmonat hinter uns gebracht. Selbst erfahrene Wetterexperten geben sich erstaunt, mit welchen Fabelwerten der Juni nun zu Ende geht. Mehrere Dutzend Messstellen in Österreich warteten am Sonntag mit neuen Rekorden auf - in Tirol wurde sogar der Allzeitrekord überboten! „Das ist fast pervers“, so ein nahezu sprachloser Roland Reiter, Wetterexperte der Ubimet, gegenüber krone.at.

Sogar die Rekorde, die bereits am 27. Juni in der Steiermark und in Tirol aufgestellt wurden - zur Erinnerung: 37,2 Grad in Graz und 37,5 Grad in Innsbruck -, muss man mittlerweile wieder von der Hitze-Liste streichen, wie der Experte am Sonntagabend berichtet. „Die aufgestellten Monatsrekorde sind bereits wieder Geschichte: In der Steiermark kletterten die Temperaturen in Mooslandl/Hieflau auf einen neuen Bundesland-Monatsrekord von 37,3 Grad.“

Neuer Allzeitrekord in Tirol mit 38,5 Grad
Und mittlerweile ist auch das fix: Tirol hat einen neuen Allzeit-Hitzerekord aufgestellt. „Unglaubliche 38,5 Grad wurden bei der Messstation der Innsbrucker Uni kürzlich gemessen. Der bisherige Rekord ist damit pulverisiert, der stammte vom 27. Juli (!) 1983, als in Haimin 38,3 Grad gemessen wurden“, weiß der Experte. „So warm war es in Tirol seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1877 noch nie.“

Am Sonntag seien überdies noch zwei weitere Bundesländer hinzugekommen, die nun mit neuen Monatsrekorden aufwarten können, nämlich Salzburg und Oberösterreich, so Reiter. „Mit 37,1 Grad in Bad Goisern und Windischgarsten wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2013 (36,7 Grad in Weyer) übertroffen.“ Im Bundesland Salzburg setzte sich St. Johann in Pongau die Hitze-Krone auf, zeigte die Messstation dort unglaubliche 37,4 an. „Den bisherigen Höchstwert hatte Salzburg-Freisaal mit 35,8 Grad im Jahr 2013 aufgestellt“, erklärt der Meteorologe.

„Wir sind mitten in der Erderwärmung angekommen“
„Das ist fast pervers und irre und in dieser Form mehr als außergewöhnlich. Man sieht, wir sind mitten in der Erderwärmung angekommen“, gibt sich der Wetterexperte angesichts der Extremwerte nahezu sprachlos. „Dass beispielsweise in 800 Metern Seehöhe - wie heute - mehr als 34 Grad erreicht werden, ist einfach unglaublich.“

Ersehnter Regen nicht in Sicht
Doch die anhaltende Hitze könnte in den kommenden Wochen ihren Tribut fordern. „Flächendeckender Regen wäre nun langsam bitter nötig“, so Reiter. Zwar könne der nasseste Mai den heißesten, trockensten und sonnigsten Juni aller Zeiten vorerst noch ausgleichen, im Hinblick auf die Landwirtschaft und die Ernte könnte es jedoch langsam, aber sicher eng werden. Ergiebiger Regen ist in den hitzegeplagten Regionen nämlich auch in den kommenden Tagen nicht in Sicht.

Ernteausfälle drohen
„Zwar erreichen uns in der Nacht auf Dienstag teils heftige Gewitter und Regenschauer, doch bereits ab Dienstag setzt sich wieder Hochdruckwetter durch und es bleibt sommerlich warm. Nördlich der Donau erwarten wir laut Prognose überhaupt nur sehr wenig Niederschlag“, zeigt sich Reiter besorgt. Ernteausfälle etwa bei Mais und Co. könnten in den nächsten Wochen die schweren Folgen dieses Monats der Extreme sein.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz

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