Sa, 15. Juni 2019
26.05.2019 11:00

1,4 Millionen Euro:

Gespag versenkte viel Geld für leeres Ärztezentrum

Im LKH Schärding tauschte die Gespag-Führung 2015/16 einen Leerstand gegen den anderen - und versenkte dabei etwa 1,4 Millionen €. Diese Causa eines bis jetzt nicht angesiedelten Primärversorgungszentrums im Spital (!) wird im neuen Prüfbericht (dort auf S. 29/30) des Landesrechn ungshofes über die Strategie der Spitälerholding kritisch beleuchtet.

2015 und 2016 wurden am LKH Schärding rund 1,4 Millionen € in den Ausbau des bis dahin leerstehenden sechsten Obergeschoßes und die Übersiedlung der Verwaltung vom Altbau-Erdgeschoß dorthin investiert. Der dahinterstehende Plan war laut Rechnungshof, die frei gewordenen 600 Quadratmeter im Erdgeschoss für ein Primärversorgungszentrum zu nutzen, was bei Umsetzung weitere 500.000 € erfordern würde.

Halbe Million bleibt im Budgetplan bis 2023
Doch bis jetzt gibt es dieses PVZ (ein Zentrum für Allgemeinmedizinerund diverse Therapeuten unter einem Dach) dortnicht, wenngleich die Gespag noch darauf hofft und die halbe Million weiter vorhält.

Ärztekammer von vornherein dagegen
Laut Rechnungshofbericht wurde aber versäumt, vor der „Übersiedlung von Leerstand“ das Einvernehmen mit den anderen Playern im Gesundheitswesen herzustellen. Insbesondere die Ärztekammer war von vornherein dagegen, weil sie zwar „in der Peripherie“ Facharztkooperationen mit Spitälern begrüßt, Ordinationen von Kassen-Allgemeinmedizinern in Krankenhäusern aber nicht. Weil die Ärzte, nämlich diejenigen, die draußen bleiben, das selbst ablehnen.

Kommentar „Ob der Enns“:
„Da hat man zu wenig mit uns geredet“, bestätigt Ärtzekammerchef Peter Niedermoser den Prüfervorwurf an die Gespag in Sachen des nie verwirklichten Primärversorgungszentrum am LKH Schärding. Hätte die Gespag mehr mit der Kammer geredet, dann wäre von vornherein klar gewesen, dass die 1,4 Millionen € in den Sand gesetzt werden. Die Kammer ist dagegen, weil Ärzte dagegen sind. Es liegt ja auf der Hand: Wer als Allgemeinmediziner im Spital ordiniert, hat einen Konkurrenzvorteil, wenn er alle medizinischen Angebote im Hintergrund hat. Bleibt der Gespag nur, die leeren Räume anderweitig zu verwerten, um den Schaden zu begrenzen.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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