Sa, 15. Juni 2019
26.05.2019 12:30

Sicherer Schulweg

„Muss da zuerst etwas Schlimmes passieren?“

Die Aktion „Sicherer Schulweg“ der „Krone“ ermutigte bereits zahlreiche besorgte Leser, uns über Gefahrenstellen zu informieren, die Schüler auf ihrem Weg in die Schule passieren müssen. Über die Position der Bushaltestelle in Grießau im Lechtal schüttelt ein Volksschuldirektor schon seit über zehn Jahren den Kopf.

„Das ist die gefährlichste Bushaltestelle im Lechtal. Auch im gesamten Ötztal und Pitztal habe ich so was nicht gesehen“, wendet sich der Grießauer Simon Walch, Volksschuldirektor in Elmen und Vater zweier Buben im Volksschulalter, an die „Krone“, so zu sagen als letzte Chance. Seit mehr als zehn Jahren kämpfen Einwohner aus Grießau, einem Weiler der Gemeinde Häselgehr im Lechtal, um eine Entschärfung – bisher vergebens.

Mit 100 Sachen an Kindern vorbei
Das Problem: Die Grießauer Kinder müssen in die Volksschule und Neue Mittelschule taleinwärts nach Elbigenalp pendeln. Da sich die Bushaltestelle auf der rechten Seite der Lechtaler Bundesstraße befindet, ist diese täglich zu überqueren – und das im morgendlichen Berufsverkehr. Es gibt dort weder Tempolimit (erlaubte Geschwindigkeit daher 100 km/h), noch einen Zebrastreifen, noch eine Warnblinkanlage, noch ein Warnschild – das bestätigte auch der Lokalaugenschein der „Krone“ „Das einzige, was in den letzten Jahren geschehen ist“, so der besorgte Vater, „ist ein Überholverbot. Muss denn erst etwas passieren?“ Er denke nicht nur an die Kinder, sondern auch an alte Menschen, die mit dem Bus fahren möchten. Mittlerweile chauffiere man viele Schüler mit dem Auto in die Schule. Sohn Jona ergänzt: „Die Mamas gehen alle mit ihren Kindern mit zur Bushaltestelle“.

Problematik ist der Behörde bekannt
Die Problematik ist auch Wolfgang Haas, dem Leiter des Baubezirksamtes Reutte, nicht neu: „Wir wurden vor einigen Jahren von der Gemeinde Häselgehr gebeten, eine Lösung auszuarbeiten. Wir befassten uns intensiv damit, spielten alle möglichen Lösungsszenarien durch und legten sogar das in der Planung äußerst aufwändige Projekt einer neuen Haltestelle fix und fertig vor. In diesem Falle hätte der Bus mit einer Schleife die B 198 verlassen. Es wurde von der Gemeinde nicht umgesetzt“.

Diese befasste sich laut BM Harald Friedle ebenfalls intensiv mit der Causa: „Für uns stellten sich beim Projekt ,Neue Haltestelle’, die übrigens einige hundert Meter entfernt von der jetzigen geplant war, drei Fragen: Gehen die Kinder diesen relativ weiten Weg, ist die Unfallgefahr nicht hoch, weil der Bus abrupt abbremsen muss und gibt es nicht eine noch bessere Lösung?“ Deshalb habe man dieses Projekt nicht realisiert. „Diese Argumente haben wir vor der Projektierung auch schon gewusst“, sagt Haas. Die „noch bessere Lösung“ sei laut Friedle eine neue Brücke über den Lech zum Weiler. Die aktuelle ist nämlich einspurig und für das Einbiegen eines Busses nicht geeignet. Simon Walch befürchtet allerdings, dass „da die Kinder schon erwachsen sind.“ Er fordert Maßnahmen wie Tempolimit mit Radarmessung, Fußgängerübergang, Warnschilder oder eine Warnblinkanlage.

Kuratorium lehnte Tempo 80 leider ab
„Wir haben uns bereits um ein Tempolimit von 80 km/h bemüht, das wurde aber vom Kuratorium für Verkehrssicherheit abgelehnt“. Er werde aber jetzt einen neuen Anlauf nehmen, so der Häselgehrer Dorfchef. Die Möglichkeit eines Fußgängerüberganges gebe es an der aktuellen Haltestelle nicht. Aber die Warnblinkanlage wie in Bichlbach sei eine Idee. „Ich werde noch mit der Gemeinde in Kontakt treten.“

Kennen Sie auch gefährliche Schulwege?  Mail mit Kennwort „Sicherer Schulweg“ an tiroler@kronenzeitung.at

Hubert Daum, Kronen Zeitung

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