Schulgewalt-Offensive

„Eltern gehören bei Vorfällen besser informiert“

Nach den erschütternden „Krone“-Berichten von Schlägereien und Übergriffen an oö. Pflichtschulen setzten sich Eltern, Schüler, Vertreter der Kinder- und Jugendanwaltschaft, des Landeskriminalamtes und der Bildungsdirektion nun zusammen, um das brisante Thema zu diskutieren und Lösungen zu finden.

„Es gibt zwar bereits sehr viele Präventionsmaßnahmen, doch wie die aufgedeckten Vorfälle zeigen, ist dies leider nicht genug“, sagt Herwig Kerschbaumer von der Bildungsdirektion. Aus diesem Grund sollen die Fortbildungen der Schulsozialarbeiter in Zukunft mit den Pädagogen gemeinsam stattfinden: „Die Koordination und die Zusammenarbeit gehören dringend verbessert“, so Kerschbaumer. Die Experten sind außerdem der Meinung, dass nach einem Gewaltvorfall die Kommunikation besser funktionieren muss. Eltern gehören in Zukunft umfangreich informiert, um ihnen die Angst zu nehmen.

Rechtlich sind Schulen die Hände gebunden
Etwa 150 Anzeigen wegen Gewalt an der Schule gingen im Vorjahr bei der Polizei ein. Vor allem in den Pflichtschulen ist der Handlungsspielraum nach solchen Vorfällen jedoch begrenzt: „Rechtlich hat man kaum Möglichkeiten, die Kinder sind ja schulpflichtig. Alles, was man im ersten Moment tun kann, um die Spannung vorerst zu nehmen, ist eine Suspendierung“, so Kerschbaumer.

Aggressionen schaukeln sich im Internet hoch
Die Schülervertreter forderten mehr Zivilcourage unter Schülern, viele schauen einfach weg. Für Harald Pölz vom Landeskriminalamt entstehen die meisten Konflikte in den sozialen Medien, die Aggressionen schaukeln sich dort laut ihm hoch, bis es zum Ausbruch kommt.

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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Sonntag, 17. Oktober 2021
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