24.04.2019 08:00 |

Geringe Ausfälle

Imker freuen sich über guten Start ins Bienenjahr

Jedes Jahr um diese Zeit stellen sich die Bienen- und Honigfreunde die bange Frage: Wie haben die eifrigen Sumsis den Winter überdauert? „Nicht so schlecht“, sagt Max Marek, Chef der steirischen Imkerschule. „Die Ausfälle lagen unter dem Schnitt - und das Frühjahr hat mit viel gutem Futter für sie angefangen.“ Die Ausbildungsangebote für Imker boomen heuer richtig.

62.0000 Bienenvölker gibt es in der Steiermark, 4000 Imker kümmern sich um sie. Den Winter hat das Gros der fliegenden Sympathieträger gut überstanden. „Manche Betriebe hatten zwar leider hohe Ausfälle, der Schnitt lag aber bei nur 15 Prozent“, so Maximilian Marek. „Und damit unter dem Schnitt.“ In der Natur läge er mit 50 Prozent sogar erheblich höher. „Die Imker, die die Bienen ja als Nutztiere halten und kultivieren, können zum Glück gegensteuern.“

Tödliches Bauchweh
Der Hauptgrund für das Bienensterben war diesmal: Bauchweh. Marek: „Im Vorjahr gab es erst sehr spät, im August, Waldhonig, diesen dafür aber bis in den Oktober hinein. Abgesehen davon, dass viele Bienen durch die lange Arbeitsdauer völlig erschöpft waren, was ihre Lebenszeit verkürzt hat, war der Honig dann von einer Konsistenz, die zu schwer verdaulich ist für die Tiere.“

Die Folgen: „Durchfall, Stoffwechselprobleme, das alles kann zum Tod führen.“ Viel lieber ist den Bienen ohnehin Blütenhonig. „Aber den gibt es leider spät im Jahr nur selten.“ Auch hier der größte Faktor: die extensive Landwirtschaft, die wenig Raum für Blüten, Blühwiesen, Bienenweiden lässt. „Die Landschaft wird leider tagtäglich ärmer.“

Der zweite Grund für das winterliche Bienensterben ist die Varroamilbe, ein großes Problem, das die Bienen leider schon lange quält.

Frühe Blüten lässt hoffen
Ausfälle also im Rahmen - und das Jahr hat für die Bienen gut gestartet! Marek: „Die Weidenblüte war früh und ist reichlich ausgefallen, da haben sie ihr erstes Eiweiß bekommen. Auch die Apfel- und Kirschblüte ist für unsere Bienen sehr gut gewesen.“

Heuer hofft man auf beste Ernte. „Im Vorjahr war sie ja leider eine Katastrophe, es gab nur eine halbe Million Kilo statt sonst im Schnitt eine Million Kilo Honig. Vor allem der Waldhonig, der zwei Drittel ausmacht, ist ausgefallen. Denn dafür haben die ,Honigtauerzeuger‘, also Blattläuse im Wald, gefehlt.“

Was man heuer verstärkt sieht, sind Wildbienen. Marek: „Das sind meist Solitärbienen, die also allein unterwegs sind. Sie machen ein Nest, legen ein Ei und Pollen hinein, da schlüpft dann das Kleine.“

Kopfschütteln über hysterische Ängste
Sie sind bald wieder weg. Und sie stechen kaum, sind ausgesprochen friedliebend, streng geschützt. Wofür Marek gar kein Verständnis hat: „Wenn Leute sich ein Insektenhotel hinstellen - was ja großartig ist zur Unterstützung -, aber sie es, sobald es summt und brummt, hysterisch weg haben wollen. Zuschauen, beobachten, sich freuen dran!"

Mehr Informationen zu den Ausbildungen zum Imker finden Sie hier.

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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