10.04.2019 11:30 |

Vorhaben im Unterland

Zäher Kampf gegen die Asbestgrube im Wohngebiet

Das Projekt für eine Baurestmassen-Deponie in Schwoich präsentiert sich auf den ersten Blick unauffällig. Bei genauerer Betrachtung des rund 1000 Seiten umfassenden Aktes offenbart sich aber ein Bild des Grauens. Im bewohnten Gebiet des Ortsteils Amberg soll auf vier Hektar eine offene Asbestgrube entstehen.

Der liebliche, sanft hügelige Amberg rund acht Kilometer von Kufstein entfernt ist ein Paradies, und das nicht nur für Kinder. Für die Familien Holzner und Hofreiter-Schütte sowie für weitere 18 Familien könnte in diesem Idyll allerdings ein unvorstellbarer Albtraum bittere Realität werden.

Rund 150 Meter Luftlinie entfernt von ihren Häusern soll eine offene Asbestgrube entstehen. Auch der Wörgler Radiologe Hannes Lukasser lebt mit seiner Familie in unmittelbarer Nähe zur geplanten Giftdeponie.

„Abfälle sind gefährlich“
Sein Unverständnis über dieses unverantwortliche Vorhaben drückt der Arzt folgendermaßen aus: „Abfälle von asbesthaltigen Baustoffen wurden 2001 vom Europäischen Gerichtshof als gefährlich eingestuft, wobei das Gefahrenpotenzial durch die Eigenschaft H7 eindeutig als krebserzeugend beschrieben wird. Sollten durch eine unsachgemäße Lagerung Asbestfasern in die Luft gelangen, werden diese über den Feinstaub unbemerkt eingeatmet.“

Dadurch entstehe bekanntermaßen ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Karzinomen in der Lunge, im Rippen- und Bauchfell. Auch Tumorerkrankungen des Kehlkopfs sowie der Eierstöcke werden damit assoziiert!

Kein Schutz der Anrainer
Für den Betrieb einer solchen „Sonder-Deponie“ gelten hohe Auflagen in der Arbeitssicherheit. Für den Schutz der Anwohner sei jedoch wenig bis nichts vorhanden, teilt ein äußerst besorgter Armin Hofreiter mit. Die Daten zur Beurteilung wurden von einer Wetterstation in Kufstein verwendet, laufende Messungen der Luft suche man allerdings vergebens.

Problem ist der Wind
Dieser Umstand ist besonders dramatisch, da in Schwoich fast ganzjährig ein starker Wind aus südwestlicher Richtung bläst. Dass dieser Wind eine Verfrachtung von besonders gesundheitsgefährdenden Asbestfasern verursacht, ist zu befürchten. Und es ist noch nicht abschätzbar, wie weit diese Verfrachtungen reichen werden.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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