03.04.2019 16:51 |

In Salzburg

Literaturfest stellt heuer die Sprache ins Zentrum

Beim Literaturfest Salzburg, das heuer vom 22. bis 26. Mai stattfindet, steht diesmal nicht das Erzählen von Geschichten im Mittelpunkt, sondern die Sprache selbst. „Wir haben Autorinnen und Autoren eingeladen, die den Fokus auf den spielerischen und experimentellen Umgang mit Sprache legen“, sagte Christa Gürtler, die das Programm des Fests verantwortet, am Mittwoch.

Der Titel „Etwas mit der Sprache machen“ kommt nicht von ungefähr: Sprache konstruiere und schaffe Wirklichkeit, meinte Gürtler und verwies auf die Rechtspopulisten oder auf US-Präsident Donald Trump. Es mache einen Unterschied, ob es „Erstaufnahmezentren“ oder „Ausreisezentren“ gebe. „Schriftsteller können auf die Manipulation durch Sprache aufmerksam machen“, erklärte die Programmverantwortliche.

  Eröffnet wird das Fest mit einer Lesung im Solitär der Universität Mozarteum. Drei Autoren repräsentieren drei Generationen, ihnen gemeinsam ist das Spielen mit Wörtern. Der israelische Schriftsteller Tomer Gardi - bekannt für sein Buch „Broken German“ - liest aus seinem neuen Roman „Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück“. Die Schweizer Spoken-Word-Künstlerin Ariane von Graffenried kommt mit „Babylon Park“ nach Salzburg, Gerhard Rühm, der Doyen der legendären Wiener Gruppe, präsentiert gemeinsam mit Monika Lichtenfeld Sprechtexte und Chansons. Ein spannendes Duo bereitet einen Abend im Jazzit vor: Die Lyrikerin Nora Gromringer und der Jazz-Musiker Günter Baby Sommer stellen erstmals in Österreich das Programm „Günter Grass: Grimms Wörter“ vor.

  Der Salzburger Kultautor Wolf Haas liest für sein Programm „Jetzt ist schon wieder was“ aus seinen aktuellen und älteren Romanen. Die Schauspielchefin der Salzburger Festspiele, Bettina Hering, hat für eine Lesung von Ernst Jandls Sprechoper „Aus der Fremde“ bekannte Schauspieler wie Michael Maertens, Annette Paulmann und Falk Rockstroh gewinnen können.

Das Salzburger Literaturfest habe den Kreis seiner Kooperationspartner ausgeweitet, erklärte Gürtler. So wird es eine Zusammenarbeit mit der creativeALPS_Triennale der ARGEkultur geben: Der Schweizer Autor Leo Tuor erzählt in „Cavrein“ vom Scheitern eines Jägers und seiner Begleiter in der rauen Landschaft in Graubünden. Im neuen Haus der Initiative Architektur im Stadtteil Riedenburg präsentiert Wojciech Czaja seinen literarischen Reiseführer „Hektopolis“. Ein literarischer Spaziergang entführt die Teilnehmer ebenfalls in diesen im Wandel befindlichen Stadtteil. Die Salzburger Autorin Gudrun Seidenauer kann man zu einer Lesung in privaten Räumen einladen - eine Reihe, die im Vorjahr schnell ausgebucht war. Abgeschlossen wird das Literaturfest mit einer Matinee mit den Lyrikerinnen Kerstin Hensel, Margret Kreidl und Anja Utler.

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