23.03.2019 08:00 |

Verdächtiger „Gefahr“

Mordfall Irene: Neben Strafe droht auch Anstalt

Hiobsbotschaft für Irenes mutmaßlichen Mörder: Die Neuro-Psychiaterin attestierte dem Salzburger eine kombinierte Persönlichkeitsstörung. Sie spricht von Gefährlichkeit, rät zu therapeutischen Maßnahmen. Rechtlich heißt das: Im Falle einer Verurteilung könnte der Mord-Verdächtige auch in eine Anstalt eingewiesen werden.

Es ist das, wovor sich viele Straftäter fürchten: der Paragraf 21 Abs. 2 StGB – die Einweisung in eine Anstalt zusätzlich zur möglichen Haftstrafe. Das blüht jetzt auch dem im Mordfall Irene verdächtigen Thumersbacher (17). Gegenüber der Neuro-Psychiaterin Gabriele Wörgötter hat er die tödlichen Schüsse auf die Zellerin (20) eingestanden. Wörgötter erklärte ihn für zurechnungsfähig zur Tatzeit, attestierte ihm aber auch eine „schwere, kombinierte Persönlichkeitsstörung“.

Thumersbacher laut Gutachten gefährlich
Für die Expertin geht vom 17-Jährigen eine Gefahr aus, dass er in Zukunft weitere Delikte mit schweren Folgen begehen könnte. Diese Gefährlichkeit könne nur mit psychotherapeutischen und sozialpädagogischen Maßnahmen verringert werden, heißt es im Gutachten.

Ergebnis bei Piesendorfer (18) noch offen
Noch ausständig ist das Ergebnis der selben Untersuchung beim mutmaßlichen Anstifter, einem Piesendorfer (18). Der frühere beste Freund des mutmaßlichen Schützen soll nicht nur die Tötung befohlen, sondern auch das Fluchtfahrzeug gelenkt haben. Dies bestreitet der 18-Jährige jedoch.

Schüsse töteten Irene (20)
Beide Pinzgauer sitzen seit dem Jahreswechsel in Untersuchungshaft. Hintergrund ist die schreckliche Bluttat vom 20. Oktober 2018. Damals gegen 21.30 Uhr hallten vier Schüsse durch das Stiegenhaus eines Wohnhauses in der Zeller Einödsiedlung. Drei Kugeln trafen Irene P., die direkt vor ihrer Wohnungstüre innerlich verblutete. Tatwaffe war eine umgebaute Schreckschusspistole. Noch immer unklar ist das Motiv.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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