"Ich bin Olympiasieger über 5.000 Meter mit seiner Hilfe geworden. Ich bin dreimal Allround-Weltmeister, viermal Europameister und Einzelstrecken-Weltmeister geworden. Außerdem habe ich zahlreiche Weltcuprennen unter seiner Leitung gewonnen", lehnte der Eis-Millionär aus Heerenveen nach dem für ihn desaströsen Rennen eine Trennung von Trainer Gerard Kemker zunächst noch ab. Sie hätten sich unter Männern ausgesprochen und alles bereinigt.
Doch nun folgte die Kehrtwende. Woher der plötzliche Sinneswandel kommt, ließ er Eisschnellläufer zunächst unbeantwortet. Auch die in Vancouver errungene Goldmedaille über die 5.000-Meter-Distanz und Bronze in der Teamverfolgung konnten ihn offenbar nicht beschwichtigen.
"Sehr teurer Fehler"
Kramer hatte nach dem verhängnisvollen Rennen wütend seine Brille weggeschmissen, seinem Coach einen kräftigen Schubser versetzt und sich anschließend mit den anwesenden Reportern angelegt: "Alles Scheiße. Jeder kann mal einen Fehler machen, aber das ist ein sehr teurer", schimpfte der muskelbepackte Eis-Millionär und ließ kein gutes Haar an Kemkers.
Dieser hatte ihm mit einem falschen Wink in der 17. Runde den Weg in die Innenbahn gewiesen und die bittere Disqualifikation maßgeblich mitverursacht. "Es ist meine Schuld. Ich bin verantwortlich. Ich habe Rundenzeiten notiert, und als ich wieder schaute, hatte ich einen Blackout und habe das falsche Kommando gegeben", gestand der Coach nach dem bei Olympia bisher einmaligen Fall kleinlaut. "Das war der schlimmste Moment in meinem Leben, meine Welt ist zusammengebrochen", meinte Kemkers völlig abwesend und sprach vom größten Unglück in der Geschichte des niederländischen Eisschnelllaufs.
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