09.02.2019 06:42 |

Svindal, Gisin & Co.

Ski-Stars über Aussagen von FIS-Boss Kasper empört

Große Aufregung bei der Ski-WM um Gian Franco Kasper: Der 75-Jährige äußerte zuletzt in einem Interview Sympathien zu Diktatoren und bestritt den Klimawandel. Wenn dem FIS-Boss ein verbaler Ausrutscher passiert, dann erheben schon auch mal die Größten der Zunft das Wort. Ski-Stars wie Aksel Lund Svindal und Michelle Gisin aber auch Österreichs Legende Hans Knauß zeigten sich in den letzten Tagen empört.

„Es ist nun einmal so, dass es für uns in Diktaturen einfacher ist. Vom Geschäftlichen her sage ich: Ich will nur noch in Diktaturen gehen, ich will mich nicht mit Umweltschützern herumstreiten“, hatte Kasper dem „Tages-Anzeiger“ gesagt. Diktaturen könnten „solche Veranstaltungen mit links durchführen, die müssen nicht das Volk befragen“. Zudem meinte Kasper: „Es gibt keinen Beweis für den Klimawandel. Wir haben Schnee, zum Teil sehr viel. Es gab schon immer kalte und wärmere Winter.“

Kopfschütteln bei Svindal
Diese Worte sorgten für Kopfschütteln bei Svindal. „Mit seiner Erfahrung sollte er es besser wissen. Es gibt viele Probleme in dieser Welt, die wichtiger sind als Sport. Ein Problem wie eine Diktatur ist viel wichtiger, als wo die Winterspiele abgehalten werden“, sagte der Norweger, der seine Karriere nach der Ski-WM beenden wird. Solche Sachen in einen Zusammenhang zu bringen, sei exakt der Grund, warum Österreich, Norwegen, Deutschland und andere nein zu Olympia sagen würden. Kasper habe der Sache damit keinen Dienst erwiesen.

Und Svindal legte noch nach: „Manchmal sagen Leute Dinge, die so dämlich sind, dass man sie nicht kommentieren muss. Denn jeder Mensch auf diesem Planeten, der einen Puls hat, versteht, dass das kompletter Quatsch ist. Aber es ist fast schon gut, denn wenn Menschen so dumm sind, muss niemand mehr etwas sagen.“

„Macht mir Angst“
Die Aussagen von Kasper lässt auch Slalom-Ass Daniel Yule nicht unkommentiert. „Das macht mir richtig Angst“, sagte der Schweizer, „schließlich kandidiere ich bei der FIS für die Position als Athleten-Sprecher.“

Seine Landfrau Michelle Gisin meldete sich via Instagram zu Wort. Dabei machte sie ihre Fans auf die Klimaveränderung aufmerksam und zeigt Unverständnis für die Aussagen Kaspers. „Als ich seine Aussagen las, dachte ich, sie seien ein Witz. Ich war entsetzt“, so Gisin.

Knauß: „Beschämend“
Auch Österreichs Ski-Legende Hans Knauß zeigte sich schockiert. Beim Thema Anreisechaos fand er gegenüber dem „Blick“ zudem harte Worte: „Das Verhalten der FIS bei der Anreise der Athleten zu dieser Weltmeisterschaft war beschämend. Viele Top-Sportler sind mit großer Verspätung eingetroffen, weil der Internationale Ski-Verband FIS nicht in der Lage war, seinen Aushängeschildern Charter-Flüge zur Verfügung zu stellen.“

Entschuldigung folgte
Später entschuldigte sich Kasper, er habe dies nicht wortwörtlich gemeint. Er bedauere, dass dieser Bericht die Aufmerksamkeit von den Athleten bei der WM genommen habe. Die Konzentration solle nun auf den Weltmeisterschaften und damit dem Saison-Highlight liegen. „Die Entschuldigung macht viel Sinn, denn der Kommentar hat keinen gemacht“, so Svindal.

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