07.02.2019 15:11 |

Wurde 94 Jahre alt

Schriftstellerin Rosamunde Pilcher ist tot

Die britische Erfolgsautorin Rosamunde Pilcher ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Wie ihr Sohn Robin Pilcher am Donnerstag der Zeitung „Guardian“ bestätigte, erlitt die Erfolgsautorin am Wochenende einen Schlaganfall, von dem sie sich nicht mehr erholen sollte. „Bis Weihnachten ging es ihr großartig“, so Robin Pilcher. Dann habe sie an einer Bronchitis laboriert.

Pilchers Romanverfilmungen ein Hit im TV
Die Autorin, die in England aufwuchs und in Schottland lebte, verkaufte Millionen Bücher, obwohl sie das Feuilleton nie vom Hocker riss. In keinen anderen Ländern war Pilcher so bekannt wie in Deutschland und Österreich. Zu verdanken hat sie das wohl dem ZDF und ORF, die mit mehr als 100 auf Pilcher-Geschichten basierenden, herzerwärmenden 90-Minuten-Filmen eines der erfolgreichsten Formate des deutschen Fernsehen geschaffen haben.

Mit dem Schreiben begann Pilcher als 15-Jährige, mit 18 veröffentlichte sie die erste Kurzgeschichte. Nach dem Schulabschluss meldete sich das Mädchen aus Lelant in der südenglischen Grafschaft Cornwall 1942 zum Kriegsdienst und arbeitete kurze Zeit im britischen Außenministerium, dann in Indien. Zurück in der Heimat lernte sie Graham Pilcher kennen. 1946 heiratete das Paar und zog ins schottische Dundee, wo Grahams Familie ein Textilunternehmen hatte. Die Schriftstellerin lebte dort bis zu ihrem Tod, seit 2009 war sie verwitwet.

Rosamunde Pilcher war Mutter von vier Kindern. Ihre Kurzgeschichten entstanden am Küchentisch und erschienen in Frauenzeitschriften. Über ihre Arbeit habe die Mutter zu Hause nie gesprochen, erinnerte sich die älteste Tochter, Fiona Wynn-Williams, zum 90er der Kultautorin. „Wir waren oft picknicken in den Bergen und am Strand“, erzählte die 66-Jährige damals.

Pilcher habe ihre Kinder ermutigt, immer das zu tun, was sie wollten - zum Schreiben habe sie sie nie überreden wollen. Einer tut es trotzdem: Robin Pilcher ist selbst Schriftsteller. 

Pilchers Erfolg beschert Familie Millionenvermögen
Die Familiensaga „Die Muschelsucher“ von 1987 war Pilchers endgültiger Durchbruch - damals war sie schon fast im Rentenalter. Der Erfolg mit ihren Romanen und Romanverfilmungen bescherte ihrer Familie ein Millionenvermögen und machte ihre eher strukturschwache Heimat Cornwall zum begehrten Reiseziel - vor allem für Deutsche und Österreicher. „Wir haben diese Popularität zum großen Teil Rosamunde Pilcher zu verdanken“, sagte Julia Hughes von der Tourismusplattform „Visit Cornwall“ vor einigen Jahren.

Nicht zuletzt die Verfilmungen, die im ORF große Erfolge feierten, hatten ihren Anteil an Cornwalls Popularität. Kamerafahrten über breite Strände und raue Klippen, Weinberge und herausgeputzte Herrenhäuser machen äußerst erfolgreich Werbung für die Region. Pilcher-Touren führen zu den Schauplätzen der zwar manchmal von Dramen gebeutelten, aber letztlich heilen Welt, die sie in ihren Geschichten entwarf: voller großherziger Menschen, die reiten und Sport- oder Geländewagen fahren, und dafür frei von Sex und Gewalt. Den wenigen Bösewichten ist ihre Hinterhältigkeit schon von Weitem anzusehen. Pilcher bot eine Pause vom echten Leben und seinen Überforderungen - egal, was Literatur- und Filmkritiker davon halten.

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