So, 17. Februar 2019
31.01.2019 12:00

Thema Erziehung

Wenn Kinder im Internet beichten

Auf der sozialen Plattform liegt es im Trend, Beichten zu veröffentlichen. Was früher auf der Schulklowand landete, steht nun im Netz.

Ich, W/16, beichte, dass ich auf X stehe.„ “Ich, M/14, beichte, dass unsere Mathelehrerin schrecklich ist.„ Oder: “Ich, M/17, beichte, dass ich meine Freundin beschissen habe.„ Was früher mit Stift oder Kreide auf die Klowand geschmiert wurde, landet nun als anonyme Botschaft auf Instagram. Doch woran viele Teenies nicht denken: Auf Instagram ist man keineswegs anonym.

Hier werden IP-Adressen gespeichert, welche die Polizei im Fall einer Strafanzeige bei Instagram per Auskunftsersuchen abfragen kann. Auch über die zur Anmeldung bei Instagram verwendeten Handynummern oder E-Mail-Adressen kann der Verfasser ermittelt werden (Mehr Infos: medien-sicher.de). Immer wieder kommt es zu Beleidigungen und Unterstellungen, so wie im “Offline-Leben". Viele überlegen nicht, welche Folgen das für sie und andere hat.

Auf Instagram ist man keineswegs anonym
Der Besitzer des Accounts ist zu 100 Prozent verantwortlich für alle Posts und Kommentare, auch wenn sie von anderen verfasst wurden. Als Betreiber ist man verpflichtet, alle strafbaren Inhalte umgehend zu löschen. Dazu gehören Beleidigungen, Verleumdungen und üble Nachrede. Wenn man diese selbst gepostet hat, schützt auch späteres Löschen nicht vor Strafe.

Kids-Coach Nina Petz beantwortet Ihre Fragen
Was macht es mit meinen Enkelkindern, wenn sie immer getadelt, zurechtgewiesen und geschimpft werden? Wie ist das, wenn sie „nie etwas richtig machen können“?

Solche negativen Erfahrungen haben natürlich nachhaltige Auswirkungen auf das Selbstvertrauen und das Selbstbild von Kindern. Immer negatives Feedback zu bekommen und nie gelobt zu werden, lässt den Nachwuchs entmutigen. Ängste und Unsicherheiten bestimmen zunehmend seinen Alltag. Nicht genug, dass es Kinderseelen verletzt und kränkt, solche Rückmeldungen zerstören nach und nach auch die Beziehung zwischen den Kindern und den Menschen, von denen sie dies erfahren.

Als „Erziehungsmethoden“ sind permanente Beschimpfungen absolut kontraproduktiv, denn die Kleinen beginnen einzig zu taktieren. Sie überlegen, wie sie den Zurechtweisungen entgehen könnten. Das eigentliche Thema oder Problem rückt dabei in den Hintergrund. Was Kinder brauchen, um glückliche Erwachsene zu werden, das sind Bezugspersonen, die Ihnen Verständnis, Einfühlungsvermögen, Geduld und vor allem Liebe entgegenbringen. Und sollte es doch einmal „krachen“, Fairness und Rücksichtnahme auf beiden Seiten können Wunder wirken.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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