29.01.2019 15:07 |

Berlin-Meeting

„Luki schon bärenstark!“ Nächstes Diskus-Wunder?

„Berlin ist ein gutes Pflaster für mich. Natürlich will ich wieder gewinnen!“ Österreichs Leichtathletik-Star Lukas Weißhaidinger brennt auf seinen Start am Freitag beim ISTAF Indoor, dem weltweit größten Hallen-Meeting der Leichtathletik. Dort hatte er 2018 vor 12.000 Fans im Diskuswurf die Weltklasse hinter sich gelassen. Obwohl Luki wegen des späten WM-Termins von Doha (27. September bis 6. Oktober) vier Wochen später mit der Vorbereitung begonnen hat, weiß sein Trainer Gregor Högler: „Er ist schon bärenstark - aber noch nicht ganz frisch.“

Aber vielleicht frisch genug für die nächste Sensation in Berlin, wo im Diskuswurf erstmals in einem Wettkampf auch Männer gegen Frauen antreten (mit den Olympiasiegern Christoph Harting/D und Sandra Perkovic/Kro). Alle Athleten werden von der unfassbaren Atmosphäre dieses Meetings beflügelt, so auch Österreichs „Leichtathlet des Jahres“, der allerdings nicht weiß, wo er leistungsmäßig steht: „Die Würfe sind ein bisschen wie eine Wundertüte. Kann sein, dass ich den Video-Würfel unter dem Hallendach abschieße - oder dass der Diskus ganz weit fliegt!“ So wie im Vorjahr, als er in einem dramatischen Wettkampf im letzten Versuch mit 63,91 m den Event gewann.

Mama und Frendin sind dabei
„Dieses Meeting ist einmalig, du kommst dir da unten wie in einem Käfig vor. Das ist ein Hardcore-Event!“ Den auch seine Freundin und seine Mutter lieben und ihn wieder in die deutsche Hauptstadt begleiten. Und Luki liebt Berlin - und Berlin liebt ihn. Hier feierte er schon großartige Triumphe. Er ist einer der wenigen Leichtathleten weltweit, die das ISTAF im Freien und in der Halle gewonnen haben. Im Freien war der 26-Jährige hier 2016 mit 66,00 m Sieger und im Vorjahr holte er in Berlin EM-Bronze.

Nichts dem Zufall überlassen
Vor seinem dritten Start beim ISTAF Indoor haben Weißhaidinger und Högler, der große Tüftler und Wissenschaftler des Diskuswurfs, nichts dem Zufall überlassen. In der Leichtathletikhalle des Bundesleistungszentrums Südstadt trainierte Luki auf einem 3000 Euro teuren Diskusring, der auch in Berlin im Wettkampf benutzt wird. Dieser 250 kg schwere Ring (den man in vier Einzelteile zerlegen kann) besteht aus Spanholz, der die Eigenschaften wie Beton hat. Und auf diesem Ring absolvierte Weißhaidinger am Dienstag Vormittag, die „Krone“ war dabei, sein letztes Wurftraining vor Freitag. Er schleuderte den Diskus in seiner Wurfserie in ein hohes Netz, quer gespannt durch die knapp über 100 m lange Leichtathletik-Anlage.

Analyse bis morgens um 4 Uhr
Alle Würfe wurden, wie immer, von Gregor Högler mit mehreren Kameras aufgenommen, wobei er aus dieser Bildserie später am Computer eine 3D-Serie zusammenstellen und bis ins Kleinste analysieren kann. Oft bis spät in die Nacht, wie zum Beispiel von Montag auf Dienstag bis 4 Uhr in der Früh. Jeden Körperteil - ob eben die Haltung von Kopf, Knie, Hand oder Fuß - kann Högler damit während der Drehbewegung genau verfolgen und kleinste Fehler erkennen, auf die er seinen Schützling aufmerksam macht. Luki versteht die Aufnahmen, sieht dann auch selbst, worin ein letzter Feinschliff bestehen kann. Damit die Scheibe, die ihm die Welt bedeutet, auch diesen Freitag und dann im Sommer wieder ganz, ganz weit fliegt. Wie 2018, als er seinen Rekord auf großartige 68,98 m gesteigert hatte.

Erstmals zwei Österreicher am Start
Freitag starten übrigens zum ersten Mal zwei Österreicher bei diesem Super-Event in Berlin. Neben Weißhaidinger ist Steffi Bendrat über 60 m Hürden dabei. Die Athletin von der Union Salzburg hofft, bei ihrem dritten Saisonstart das Limit für die Hallen-EM in Glasgow (1. bis 3. März) zu schaffen. Dafür sind 8,24 Sekunden gefordert, eine Norm, die sie in Erfurt im Vorlauf in 8,25 nur um eine Hundertstel verfehlt hatte. Beflügelt von der einmaligen Stimmung in der Benz-Halle, sollte sie das Limit Freitag laufen.

Olaf Brockmann

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