02.01.2019 16:53 |

Von Sturmböe erfasst

Leerer Lkw auf Zug löste Drama mit sechs Toten aus

Das schwere Zugunglück mit sechs Toten in Dänemark (siehe auch Video oben) ist von einem per Güterzug transportierten leeren Lastwagen ausgelöst worden. Laut der zuständigen Unfallkommission sei der Lkw Mittwochfrüh höchstwahrscheinlich von einer heftigen Sturmböe von dem Zug heruntergeweht worden und habe den entgegenkommenden Passagierzug entweder frontal oder seitlich gerammt.

Wie Bo Haaning von der Unfallkommission am Nachmittag der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau sagte, gehe man derzeit von diesem Szenario aus - Genaueres zur Unfallursache gebe es aber noch nicht. Zuvor hatte es geheißen, der Passagierzug sei vom Dach eines Waggons des Güterzugs getroffen worden. Zum Unglückszeitpunkt habe es am Unglücksort, der Brücke über den Großen Belt (Storebaelt), ebenso wie in anderen Teilen Skandinaviens heftig gestürmt.

Schnellzug musste nach Aufprall abrupt bremsen
Der Passagierzug war auf der 18 Kilometer langen Brücke verunglückt, als ihn der Güterzug der Bahn-Tochter DB Cargo passierte. Nach dem Aufprall musste der Schnellzug einen abrupten Halt einlegen. Sechs der insgesamt 134 Menschen an Bord wurden getötet, 16 weitere Personen verletzt.

Der Güterzug transportierte Bierkisten und Verpackungsmaterial der Brauerei Carlsberg. Auf Bildern war zu sehen, dass bei mehreren Waggons große Teile der Seitenverkleidung fehlen, Bierkisten wurden herausgerissen.

Schlimmstes Zugunglück in Dänemark seit 30 Jahren
Bei dem Vorfall handle es sich laut Ritzau um das schlimmste Zugunglück in Dänemark seit 1988. Mittlerweile gibt es bereits Kritik an den Behörden, dass trotz des heftigen Sturms Züge den Belt passieren durften. Die Brücke, die die dänischen Inseln Fünen und Seeland verbindet und damit einer der wichtigsten Verkehrswege Dänemarks ist, war nach dem Unfall mehrere Stunden für den Auto- und Zugverkehr gesperrt.

Verkehrsbehinderungen und Stromausfälle in ganz Skandinavien
Der Sturm führte in weiten Teilen Skandinaviens zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, auch der Fährverkehr war schwer beeinträchtigt. Zudem kam es zu zahlreichen Stromausfällen. Allein in Schweden waren am Mittwoch mehr als 100.000 Haushalte ohne Strom.

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