So, 20. Jänner 2019

Bad Radkersburg

26.12.2018 06:30

Vor 100 Jahren eskalierte Streit um Bahnstrecke

Vor 100 Jahren trugen die Stationsschilder entlang der Radkersburger Bahn einige Monate lang slowenische Namen. Der neue SHS-Staat hatte die strategisch wichtige Zugstrecke nach dem Ersten Weltkrieg für sich reklamiert - und die entscheidenden Knotenpunkte Spielfeld und Bad Radkersburg kurzerhand besetzt.

Es war am 1. Dezember 1918 um 20.45 Uhr, als die 6. Kompanie des Marburger Infanterieregiments per Sonderzug in Bad Radkersburg eintraf. „166 Soldaten sind damals mit Trommelwirbel und Trompetenklängen in der Stadt einmarschiert“, erzählt Armin Klein, Chronist der südsteirischen Bahnlinie.

Anweisung: „Kein Widerstand leisten“
Das Ziel des neu gegründeten SHS-Staats: Kontrolle über die Strecke, welche das Zentrum Marburg mit dem Bezirk Luttenberg verband. Dazu wurde ein vier Kilometer breiter Streifen nördlich der Bahnlinie beansprucht. Wien und Graz ordneten an, keinen Widerstand zu leisten, da sie Racheaktionen gegen Lebensmittelzüge aus dem Süden befürchteten: Bis zu 40 Waggons brachten nach dem Krieg Gemüse in die hungernden Städte.

Bahnhofsschilder in slowenischer Sprache
Wichtige Symbole der slowenischen Machtübernahme wurden die neuen Bahnhofsschilder: Radkersburg wurde Radgona, Halbenrain Obranja, Weixelbaum Višnja, Gosdorf Gozdišče, Mureck Cmurek, Weitersfeld Trnovo ob Muri, Schwarza Črnišcine, Spielfeld Špilje. Erst nach dem Radkersburger Aufstand vom 4. Februar 1919 einigten sich Graz und Laibach auf die Mur als Grenzfluss, womit auch die Radkersburger Bahn wieder österreichisch wurde.

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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