29.12.2018 17:48 |

Ausblick 2019

Automobile Trends: Wie fahren wir nächstes Jahr?

Robotaxis bevölkern auch im kommenden Jahr noch nicht unsere Straßen und trotz Krise bleibt uns der Diesel erhalten. Die Elektromobilität allerdings könnte 2019 tatsächlich endlich Fahrt aufnehmen. Der Blick in die Glaskugel für das Auto-Jahr zeigt viele Trends, die bleiben oder sich noch zuspitzen. Darunter: digitale Cockpits, Fahrverbote und der Siegeszug der SUVs.

Ein erfolgreiches Jahr dürfte die Elektromobilität erleben. Zusätzlich zu den steuerlichen Vorteilen (Sachbezug, NoVA, Versicherungssteuer) freuen sich E-Auto-Fahrer über den Wegfall des IG-L-Limits - und es gibt endlich eine relativ große Auswahl an ernstzunehmenden Angeboten. Der Jaguar I-Pace ist bereits auf dem Markt, weitere E-Modelle wie Tesla Model 3, Audi e-tron, Mercedes EQC, Kia e-Niro und Soul EV, Honda Urban EV oder der elektrische DS3 Crossback sind angekündigt.

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen schätzt, dass 2019 mehr als doppelt so viel reine E-Autos neu wie dieses Jahr zugelassen werden, allein in Deutschland 80.000. Richtig Fahrt aufnehmen dürfte die E-Mobilität aber im Jahr danach: „Erst ab 2020 ist von einer sehr hohen Dynamik auszugehen“, meint Experte Stefan Bratzel vom Auto-Institut der FH Bergisch Gladbach. Ausschlaggebend sei neben der Vielzahl der neuen E-Auto-Modelle, die dann auf den Markt kommen, auch der Druck, dass die Hersteller die europäischen CO2-Ziele erreichen müssen und Strafzahlungen verhindern wollen.

Nicht ohne Digital-Display
Nicht zuletzt, wenn die achte Generation Golf 2019 mit großem Digital-Cockpit, Head-up-Display, umfassender Vernetzung und Sprachsteuerung startet, ist die virtuelle Welt im automobilen Massenmarkt angekommen. Was zur Folge hat, dass sich kaum ein Autokäufer dem mehr entziehen kann, vor allem in Hinblick auf den Wiederverkaufswert des Fahrzeuges. „Wer sich jetzt die digitale Sparbüchse kauft, wird morgen drauf sitzenbleiben“, meint Ferdinand Dudenhöffer. „So wie irgendwann Gebrauchtwagen ohne elektrische Türöffner oder Klimaanlagen Ladenhüter wurden, wird es mit digitalen Spardosen sein.“

Mehr und mehr SUVs
Mit digitalen Instrumenten will auch der VW T-Cross punkten, der als hochgelegte Alternative zum Polo eine der Neuheiten 2019 im beliebten SUV-Segment darstellt. Die auch für das kommende Jahr angenommene hohe Nachfrage lässt das Angebot weiterwachsen: Die Zahl der unterschiedlichen Baureihen wächst auf rund 100, wie aus einer Prognose des Marktforschungsinstituts Inovev hervorgeht. Darunter neben Neuauflagen von Nissan Juke, Mercedes GLA oder Range Rover Evoque auch Upgrades bekannter Modelle wie der coupéhafte Audi Q4 oder der geräumige Mercedes GLB.

Auch wenn 2019 kaum ein neues Auto ohne teilautonome Fahrfunktionen debütieren kann, sind für das Autonome Fahren anscheinend zeitnah keine großen Sprünge zu erwarten. „Die Systeme werden in der Entwicklung vorangetrieben, aber der richtige Echteinsatz wird hierzulande eher zehn statt fünf Jahre brauchen“, glaubt Dudenhöffer. In China hingegen sieht der Professor Robotaxis bereits in drei Jahren im Einsatz.

Keine Diesel-Fahrverbote in Österreich
Diesel-Krise, drohende -Fahrverbote und -Umtauschprämien - die bisher vor allem als sparsam bekannte Antriebsart beherrschte vor allem in Deutschland die automobile Themenlage 2018. Während in Österreich bis auf Weiteres Fahrverbote ausgeschlossen werden, steht deren im kommenden Jahr deren deutschlandweite Umsetzung an. Unter anderem in Stuttgart, Frankfurt, Köln, Bonn, Berlin, Essen und Gelsenkirchen müssen nach Gerichtsurteilen Beschränkungen eingerichtet werden. Zwar haben Kommunen Maßnahmen dagegen angekündigt, dass nächstes Jahr Einfahrverbote für alte Dieselautos kommen, scheint aber außer Frage. „So wie in den 1970er-Jahren die autofreien Sonntage Realität waren, werden 2019 die Dieselfahrverbote in vielen Kommunen großen Ärger und Staus verursachen“, skizziert Auto-Experte Dudenhöffer ein düsteres Bild für das kommende Jahr.

(SPX)

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